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Adventskalendergeschichten
16. Dezember
--------------------- .:: Ohne Liebe ::. ---------------------
„Der Regen trommelte auf das Dach des Stalls als ich geboren wurde. Das Prasseln der Tropfen erfüllte die mir noch fremde Welt. Meine Mama säuberte mich gedankenverloren, während der Regen die meisten anderen Geräusche zu verschlucken schien. Ich nahm die Zweibeiner nicht wahr, in diesen ersten Stunden. Die Milch meiner Mama kostete ich das erste Mal. Und es sollte auch das letzte Mal sein.
Der Regen, der uns sanft eingelullt hatte, endete, als sie mich von meiner Mama fort zwangen. Sie warfen mich in eine Schubkarre und transportierten mich davon. Eine ganze Weile hörte ich das Rufen meiner Mutter und wie es in der Ferne verklang, so wie die Regentropfen verklungen waren. Die Welt schien keine Liebe für mich übrig zu haben. Und kein Mitleid.
Ich wurde grob in ein Gehege gesperrt und fand mich benachbart von anderen Kälbern. Kälber wie ich, die genauso traumatisiert worden waren, als man sie ihren Müttern entriss. Wir haben Liebe nie gekannt. Die Zweibeiner geben uns Mahlzeiten, die nicht wie Milch sind. Sie enthalten Salz und machen uns durstig. Wir trinken viel. Wir nehmen schnell zu. Unsere Körper schmerzen unter diesem unnatürlichen Wachstum und auf Grund der falschen, schlechten Ernährung.
Das eine Kälbchen neben mir ist so schwarz-weiß wie ich und doch sind unsere Zeichnungen so unterschiedlich wie unsere Persönlichkeiten. Er ist ziemlich zornig und taff, ständig geht er auf und ab. Ich bin eher ruhig und nachdenklich. Ich beobachte. Wenn ich ihn durch die Gitter, die uns voneinander trennen, berühre, verfliegt seine Wut manchmal für ein paar Momente. Dann erahne ich in ihm die tiefe Traurigkeit, die ich auch in meinem Herzen finde.
Auf meiner anderen Seite muss ein nahezu gänzlich braunes Kälbchen leben. Seine Blässe zeichnet sich halb um das linke Auge. Mir gefällt diese Zeichnung. Sie sieht wirklich sehr schön aus. Mein brauner Nachbar ist sehr traurig und das kann man sofort sehen. Zorn scheint ihm völlig fremd zu sein. Die meiste Zeit liegt er nur da und bekümmert mein Herz. Auf meine Berührungen reagiert er nicht. Oft reiche ich gar nicht an ihn heran, denn er liegt selten an dem Zaun, den wir teilen und der uns trennt.
Manchmal versuche ich mit meinem schwarz-weißen Freund zu spielen. Wir haben nicht wirklich Platz um uns zu bewegen, aber uns ist so langweilig, dass wir daran fast zerbrechen. Wir können einander nicht fangen, obwohl wir so gerne um die Wette laufen würden. Manchmal versuchen wir mit dem Braunen Kontakt aufzunehmen und ihn einzubeziehen, aber er hebt nie auch nur den Kopf. Nicht einmal, um uns abzuweisen.
Neben meinem schwarz-weißen Nachbar muss ein Kälbchen wohnen, das ganz und gar schwarz ist. Keine Abzeichen, keine Blässe. Es ist krank. Es kann nicht mehr aufstehen, obwohl es gerne würde. Es kann nicht mehr fressen und die Zweibeiner kümmert es nicht. Ich bin sicher, seine Mutter könnte ihm helfen, aber unsere Mütter sind fort. Wir wissen nicht wo. Unerreichbar. Genauso wie die Liebe, die wir alle brauchen.
Ich mache mir Sorgen um meinen braunen Freund. Er steht auch nicht oft auf und ich habe Angst, dass er irgendwann krank wird und dann gar nicht mehr aufstehen kann. Selbst wenn er wollte. Manchmal schnuppere ich durch sein Fell und reibe sacht den Kopf an ihm. Er reagiert nicht. Auf meiner anderen Seite wird mein schwarz-weißer Freund immer wütender. Manchmal ist es unmöglich, mit ihm zu spielen. Nicht wegen dem Zaun, sondern wegen der Mauer, die man nicht sehen kann.
Als wir aus unseren Gefängnissen geholt werden und die Zweibeiner uns in ein lautes Ding treiben, ist der Schwarze schon kein Teil dieser Welt mehr. Sein Leichnam lag eine Weile neben uns. Ungeliebt. Wir erinnern uns. Der Kummer seiner Mutter wäre wohl grenzenlos, aber wir sehen unsere Mütter nie wieder. Wir werden weggebracht. Mein schwarz-weißer Freund ist wütend und macht uns Angst. Wir sind nur zu dritt, aber es fühlt sich falsch an. Wir waren so viele mehr. Was wird aus ihnen? Was wird aus uns?
Die Welt hatet nie Liebe für uns übrig, sie braucht uns wohl gar nicht. Wir erwarten nichts Gutes. Ich weiß nicht, was wir erwartet haben, aber als sich die Türe öffnet, blicken wir auf eine völlig fremde Umgebung. Keiner von uns rührt sich. Wir weichen vor den Zweibeinern zurück. Sie lassen uns. Sie entfernen sich. Ich habe das Gefühl sie warten, aber wir bleiben wo wir sind. Sogar mein zorniger Freund scheint zu große Angst zu haben, um sich aus der hintersten Ecke zu wagen.
Erst als wir hungrig werden, folgen wir unseren Nasen. Ich gehe voran, flankiert von meinen Freunden. Unsere Hufe berühren den fremden Boden. Grashalme streichen um unsere Beine. Wir drängen uns eng aneinander. Wir haben nur uns. Wir hatten immer nur uns. Ich wusste nicht, was es bedeutet, aber obwohl mir niemand Liebe zeigte, habe ich sie von Anfang an geliebt und mich um sie gesorgt.
Uns wird nicht mehr wehgetan. Uns wird keine mehr Angst gemacht. Es ist, als wären wir in eine neue Welt neu geboren. Wir bleiben misstrauisch. Wir trennen uns nicht. Wir sind das erste Mal vereint. Ohne Zäune, die uns trennen und ohne Mauern, mit denen meine Freunde sich zu schützen versuchten. Wir sind das erste Mal nicht allein.
Mein brauner Freund ist es, der schließlich seinen ganzen Körper schüttelt und einen Sprung macht. Dann rennt er los und wir folgen ihm. Wir laufen um die Wette, so wie es immer hätte sein müssen. Es gibt kein Halten, wir können das erste Mal in unserem Leben ausprobieren, zu welchen Bewegungen unsere Körper in der Lage sind. Wir jagen einander, wir wechseln die Richtung, wir rennen so schnell unsere Beine uns tragen.
Die Welt hält endlich Liebe für uns bereit. Liebe kann immer und überall geboren werden. Es gibt hier Menschen, die uns Liebe zeigen. Wir geben die Liebe tausendfach zurück. Die Liebe spricht in einer Sprache, die uns alle verbindet. Die wir alle verstehen, wenn wir unsere Mauern einreißen und unser Herz öffnen. Wir sind Liebe. Wir können sie uns gegenseitig schenken.“
Die verlorenen Muhs – TIERSCHUTZ GEHT UNS ALLE AN
“Finde das Muh!“ heißt ein Gewinnspiel der Marke Müllermilch. Drei Muhs sollen sich versteckt haben, möglicherweise in drei Bechern Müllermilch. Sie zurückzubekommen, ist der Firma so wichtig, dass sie ein Preisgeld von je 50.000 Euro ausgesetzt hat.
Unter Kuhfreunden sorgt diese Kampagne allerdings für einige Aufregung, denn sie haben längst viel mehr als drei Muhs gefunden! Ich selbst zum Beispiel fand vor sechs Jahren mein erstes Muh auf einem Biohof. Als ich damals bei einem Ausflug jenen Hof besuchte, hatte man einer Milchkuh gerade am Vortag ihr Kalb weggenommen. Das Kalb stand in einer Plastikbox allein auf dem Hof, die Kuh im Stall muhte nach Leibeskräften. Das hat mich so deprimiert, dass ich beschloss, lieber vegan zu leben.
Quelle: http://bit.ly/1eG3ZI5
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“Finde das Muh!“ heißt ein Gewinnspiel der Marke Müllermilch. Drei Muhs sollen sich versteckt haben, möglicherweise in drei Bechern Müllermilch. Sie zurückzubekommen, ist der Firma so wichtig, dass sie ein Preisgeld von je 50.000 Euro ausgesetzt hat.
Unter Kuhfreunden sorgt diese Kampagne allerdings für einige Aufregung, denn sie haben längst viel mehr als drei Muhs gefunden! Ich selbst zum Beispiel fand vor sechs Jahren mein erstes Muh auf einem Biohof. Als ich damals bei einem Ausflug jenen Hof besuchte, hatte man einer Milchkuh gerade am Vortag ihr Kalb weggenommen. Das Kalb stand in einer Plastikbox allein auf dem Hof, die Kuh im Stall muhte nach Leibeskräften. Das hat mich so deprimiert, dass ich beschloss, lieber vegan zu leben.
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