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Remember.
Kurzgeschichten.
Unser Leben besteht, wenn man so möchte, im Grunde aus vielen kleinen Kurzgeschichten, die sich zu einer großen ergeben, die all diesen kleinen Geschichten ihren Kontext und Sinn gibt. Sie besitzt eine Erklärungsfunktion, aber es passieren eben diese viele kleinen Geschichten, die zum Teil unerzählt bleiben oder die wir beim nächsten Cafeklatsch mit den Liebsten teilen.
Ich stieß vor Kurzem durch Zufall in einem Portal für junge Menschen, hauptsächlich Studenten, auf die Frage, ob sie bereit seien, eine Kurzgeschichte aus ihrem Leben in drei Worten wiederzugeben. Ich erwartete auch Amüsantes, aber war neugierig, inwieweit sich diese Personen öffnen und ihre traurigen Kurzgeschichten teilen. Zwischen den ein oder anderem unterhaltsamen Post á la „Pizza ist heruntergefallen“ oder „Dönerspieß ist alle“ war der Großteil jedoch überraschend ehrlich und zum Nachdenken anregend.
Beginnen wir mit „Morgen ist Montag“. Was sagen uns diese drei kleinen Worte, die schon eine kleine Geschichte verbergen? Es scheint, als sei die Person dieses Posts nicht glücklich über diesen Fakt, wäre er sonst doch eventuell enthusiastischer geschrieben, etwa „Endlich ist Montag“. Nehmen wir an, es ist kein toller Fakt; was ist schief gelaufen? Übt der Verfasser einen Beruf, Tätigkeit oder Studium aus, den er nicht mit Freude nachgeht? Ist das im Grunde nicht viel trauriger als die Tatsache, dass morgen Montag ist? Mich macht so etwas traurig, dass viele Menschen nicht ihre Ziele verfolgen (können). Klar, als Student nimmt man jede Möglichkeit an, sein klägliches Einkommen aufzustocken, da beschwert man sich gerne und eventuell auch öfter über seinen Job. Aber auch hier sollte es doch eigentlich möglich sein, einen Kompromiss machen zu können. Nimm eine Arbeit an, in der es nette Kollegen gibt, ein nettes Umfeld. Eine Tätigkeit, die dir Spaß macht, auch wenn es statt 10€ die Stunde nur 8,75€ gibt. Wenn du Freude hast, vergeht die Zeit rasanter, da machen die paar Euro viel Lebensfreude wett. Falls die Person aber doch sich ungern damit auseinandersetzt, montags zur Uni zu gehen, weil das Studium, dass er absolviert, nicht seien Träume erfüllt, sollte der Gedanke zu einem Wechsel ernst genommen werden. Damit diese Worte keinen traurigen Nachklang mehr haben, sondern einen positiven.
Aber eigentlich waren es die anderen Kommentare, die mich mehr zum Grübeln gebracht haben. Die mich wissen lassen wollten, was der Hintergrund zu diesen Geschichten waren, im gleichen Augenblick jedoch wollte ich mir die Freiheit lassen, mir selbst meine Gedanken machen und über mich und mein Umfeld nachdenken zu können. Ich denke, man kann sehr gut herauslesen, dass unsere Gesellschaft nicht nur auf gefühlsarme zwischenmenschliche Beziehungen aus ist und das schnelle Vergnügen sucht. Man erkennt die Sehnsüchte, Zwänge, Schmerzen und Trauer in all diesen Posts. Dass so viel Geschichte in drei kleine Worte passt, ist bemerkenswert. Dass so viele Geschichten in dieselben drei kleinen Worte passen, umso mehr. Ich kann mir vorstellen, dass sich der Großteil mit diesen Worten identifizieren kann und etwas fühlt; eine gewisse Erinnerung in einem hervorgerufen wird.
Ich habe mich ganz spontan für diesen Text entschieden. Ich las die Kommentare, viele Gefühle regten sich in mir und ich möchte gerne einen Auszug dieser Kurzgeschichten teilen. Sie haben mich berührt, und sie sprechen per se. Vielleicht geht es dir ja ähnlich, wir haben doch mehr gemeinsam, wir Menschen, als wir manchmal realisieren und wahrhaben möchten. Führen wir uns diese Geschichten zu Augen und zeigen Empathie, ich bin mir sicher, das machst du sogar ohne Aufforderung. Mach dir deine Gedanken, erzähl deine Geschichte, oder lass sie nur leise in deinem Kopf erklingen. Es ist wunderschön, wer und wie sich Menschen geöffnet haben, hier nun der kleine Auszug, den ich gerne so stehen lassen möchte:
Wir hatten alles.
Nur Stille antwortete.
Depression tötet Leben.
Wir waren genug.
Strangers love strangers.
Sie liebt anderen.
Kinderschuhe abzugeben, ungetragen.
Ich liebte dich..
Sie vergisst dich.
Vergiss mich nicht.
Es ist aus.
Drei Buchstaben: Ich.
Ich ritze mich.
Ich hasse mich.
Und sie sprang.
Habe nur geträumt.
Er antwortet nicht.
Verliebt, verlobt, verlassen.
Rest in Peace.
Er liebt sie.
Ich gebe auf.
Chapter One
Perspektivwechsel. Ein Ausdruck, der wunderbar mein letztes Jahr zusammenfasst. Ein Perspektiv-wechsel des Aufenthaltsortes, ein Perspektivwechsel der Sprache, ein Perspektivwechsel meiner Freunde, ein Perspektivwechsel auf mein bisheriges Leben, ein Perspektivwechsel in meinen Ansichten, ein Perspektivwechsel in meine Zukunft. Als ich vor einem Jahr innerlich eine Seite umschlug, um mein erstes Kapitel zu beginnen, nachdem mein persönlicher Prolog beendet war, bleibt mir vorweg zu sagen: Das erste Kapitel wurde gefüllt, hat viele Lettern, viele Facetten, in Anspruch genommen. Es ist ein dickes Kapitel geworden, gefüllt mit Informationen über den Protagonisten. Gefüllt mit Informationen, die seine Entscheidungen in die Wege leiten und Erklärungen liefern.
Ich hatte meine Überlegungen, wie das erste Kapitel beginnt. Welche Schriftzüge es annimmt, welchen Schreibstil es widerspiegelt und welche Formatierung es für sich bestimmt. Die Mischung aus Spontanität, Lebensbrise, Unbefangenheit und unbeschwerten Augenblicken gefällt mir ganz gut, muss ich sagen. Dennoch fehlen die letzten Zeilen, von denen ich noch keine Ahnung habe, was sie beinhalten werden. Die vergangenen 365 Tage haben mich bewegt, mich Seiten umschlagen lassen, verändert und fliegen lassen. Ich habe gegraben und gefunden, habe mich bewegt, habe sanft die Grashalme in fremden Gebieten berührt, um mich vollends einhüllen zu lassen. Mich fangen lassen von all diesen positiven Emotionen, meinem Geist, der mich immer weitertrieb. Es fing an zu blühen und zu gedeihen, selten mag ich so viel Zeit mit mir verbracht haben. Blicke auf alte Briefe, die an mich selbst gerichtet sind, überdenke das Konzept „ICH“. Innerlich fange ich an, mit angefeuchteten Händen die Masse zu formen und einer Struktur zu verleihen. Nicht nach Vorlagen anderer, sondern mit geschlossenen Augen und Zuversicht. Die Konturen werden schärfer, doch lasse ich mir Zeit. Zeit, den richtigen Augenblick zu begreifen, in mich hineinzuhören und zu bestimmen. Ich war das ein oder andere Mal zu voreilig, zu fokussiert und unflexibel. Zu starr und hölzern, das sollte nicht wieder vorkommen. In Zukunft möchte ich mich überdenken, mit dem Gewissen, dabei ebenso auch zu versagen. Und das zu akzeptieren. Ich möchte es hinnehmen, nicht perfekt nach meinen eigenen Vorlagen zu handeln, dass meine Perspektive nicht die ist, die ich anstreben sollte. Ich möchte mich beeinflussen lassen, ja bitte! Schenk mir einen Augenblick, eine Sekunde deiner wertvollen Zeit und treibe mich voran! Gib mir die Mittel, mich zu entwickeln, sodass ich, wenn ich morgen aufwache, ein anderer Mensch sein kann. Ein Mensch, dessen Visionen nicht eingehen, sondern sich neue Schlupflöcher suchen, falls es zu dunkel um mich herum wird. Ein Mensch, der das Hoffen nicht verlernt, der seine Vergangenheit nicht verleugnet, sondern die besten Stücke mit sich trägt. Es zulässt, Kerben in seine Masse zu schnitzen, die nicht mehr zu reparieren sind. Das ist völlig gut so. Ich möchte Narben in mir tragen und spüren, sie sind für mich verantwortlich. Nichts von allem war jemals umsonst, wir haben nur gelernt, es zu transformieren. Mit neuen Augen zu sehen und einer neuen Bedeutung zuzuweisen. Es ist erfrischend, zu sehen, wie sich dasselbe verändern kann, wenn man es in ein anderes Licht stellt. Wenn man es auf ein Tischchen anstelle des kalten Fußbodens stellt. Wenn man ein paar Sonnenstrahlen daran lässt und die Musterungen der Schatten auf dem Boden tanzen, bis es schließlich eines der bezauberndsten Dinge wird, die man sich nicht hätte erträumen können. Das Spiel von Licht und Schatten war stets ergreifend, so nah und doch so verschieden, ohne des Anderen nicht möglich, zu existieren. Ohne das Fehlen des Opponenten nicht spürbar, und es nicht immer zu werten.
Ein Kapitel vorüber. Zum ersten Mal seit Jahren sage ich ehrlich: Gott sei Dank. Nicht aus negativen Aspekten, sondern weil der Inhalt sonst ein ganzes Kapitel sprengen würde. Das Wechseln der lieben Menschen, Städte, Wohnorte und Tage hat mich vorangetrieben und mich dem goldenen Etwas, mag es Glück sein, vorgestellt. Ich behalte einen Taler nun jeden Tag tief in meiner Tasche, webe ihn ein in festen Stoff, auf dass er mir nicht verloren geht und mich erinnern lässt.
Das erste Kapitel wird ohne Wein beendet. Ich habe angefangen, mir neue Träume aufzubauen und Ziele zu verfolgen. Ziele, die im Prolog noch lange nicht vorgesehen waren. Noch gar nicht existieren konnten, weil sie erst durch das Verschwinden und Auflösen derjenigen entstehen konnten. Was abgeschlossen war, was gestorben ist und eine dunkle, graue Masse zurückgelassen hatte, war Nährboden für all das Farbige nun. Leichte Töne, die mich unterstreichen und meinem Leben verschiedene Nuancen geben. Ich bin nicht traurig um das, was vergangen und evtl. auch verloren gegangen ist. Ich bin froh darum und der Meinung, dass ich Lebewohl sagen musste, um Ich sein zu können. Lebewohl zu sagen zu all den falschen Träumen, die doch eigentlich gar nicht meine waren. Ich musste das realisieren, dass es doch nur Fremdeinwirkung war. Wie dem auch sei, Lebewohl zu sagen, daran habe ich mich gewöhnt, und nie ist etwas Falsches, Schlechtes daraus entstanden. Lebewohl und herzlichen Willkommen im zweiten Kapitel.
31.12.2012
Verbringe meinen Lebensabend damit, alte Erinnerungen zu verscheuchen. Die Hand tastet behutsam nach dem Makel auf der Hut, von Tränen benetzt scheint das Bild sonderbar. Sorgst dich liebevoll um die Narben, die du dir selbst ernst einige Stunden zuvor zugefügt hast. Irrsinnig. Du vergeudest deine Zeit, die doch verschwendet werden sollte. Was machst du damit? Deine Normen, nirgendswo steht, wie die Geschwindigkeit abläuft. "We are the reckless; the wild youth. Chasing visions of our futures, one day we'll reveal the truth." Was in dein Blick gerät, Details sind wichtiger als Hauptpersonen. MIch interessieren die grundsätzlichen Dinge schon lange nicht mehr, ausgleaugt, benutzt. Vergeudet. Diese falschen Gesichter, Jeder versteckt sich der Gesellschafts Willen, um sich zu retten, obwohl sie sich immer wieter hinein reitet. Ich verstehe es nicht. Sie machen es selbst zu einer Paradoxie und fragen nach dem Ausweg. Ich werde oft darauf angesprochen, ich sähe die Welt so distanziert und andersweitig aus meinen Augen. Ich solle Gelegenheit geben, anderen zu berichten, wie ich das anstelle. Nun, stellt euch hin und öffnet eure Augen. Was mache ich anders? Ich schaue auf die Kleinigkeiten, auf die interessanten Dinge die eine Spur haben, kein Trampelpfad, verstehst du? Ich bin nicht merkwürdig, nur aufmerksam.
Jah, ich muss diese Landschaft verlassen. Trostlos. Und ich - mitleidslos.
29.12.2011
Fällt man einmal aus seinen Prinzipien und lässt sich zu etwas Absurdem verleiten, das in den ersten Schrecksekunden als etwas wahrhaftig Wundervolles in deinen Ohren zu sein scheint.. Du kannst es selbst nicht begreifen; es liegt so nah und verständlich vor dir. Dein Wirrnis in deinem Kopf und Gedankengut ist dir endlich nicht mehr fremd. du bewegst dich anstatt wieder nur kaltblütig dabei zu stehen. Nicht viel, zaghaft. Und gleich wirst du wieder in die Reihen gewiesen. Klar kommen damit, eine lächerliche Lernsache, die im Kopf entschieden wird. Aber das ist keine Kopfsache, das Herz spielt seine Rolle diesmal gut, Ich kannte sie nie. Ich möchte es wieder an diesen kühlen Ort verbannen, doch gelingen tut es mir nicht. Ja, wieder wegrennen. Und ich schäme mich nicht dafür. Was nützen alle diese Worte, wenn sie in den wirklich wichtigen und entscheidenden Minuten nicht die richtigen sind? Ein Labyrinth, längst darin verlaufen, dicht verfolgt vom Minosaurus.. Ich renne wieder vom Leben weg. Nun ja. Ich gerate mal wieder in Panik, verliere die Kontrolle, die Mauer wächst. Tunnelblick, stur gerade aus. Willkommen auf der Hetzjagd.
06.01.2012
Nach stunden des Stillsitzens endlich wieder Bewegung in meinem Leben. Die Pause sei mir gegönnt, mag sein, dass ich mich etwas verlaufen habe. Zu weit ins Schneegestöber gerauscht bin, weiß wie ein Schneemann war ich doch unsichtbar. Herrlich, diese Schneeflocken und die Erfrischung im Gesicht. Nun ja, ich war zufrieden um die Ablenkung, man kann es dankbar nennen. Bekannte Gesichter, jedoch eine neue Welt. Abscheu und Scham verschwanden, eine Einheit oder ähnliches enstand. whatever. Talent vor Augen, man drückt die Daumen. Es ist ihre Sache, was gleistet und das Talent gefördert wird. Nicht in meinem Gebiet, nicht in meiner Obhut. Ciao bella, was für ein schönes Gesicht. Jedoch verbraucht, unnütz für mich. Noch ein schönes Leben, mademoiselle, ich nehme die andere Route.
27.12.2011
what if dreams are a big part of our lives? there are a lot people outside saying you should stop dreaming to live but what if we need them to live completely? if there's a part missing.. and we woulnd't notice it. we would never know that there's something missing.. i think thats deplorable. well, i'm not a big fan of dreaming but without it this world wouldn't exist anymore. there would be no life, no hope. nothing. no confidence, no future. we call it reality, but this isn't something what's enviable. so, dream.
12.12.2011
Ich zeig dir nur die weiße Spitze. Die gute Seite rein und klar. Der ganze Dreck auf dem ich sitze ist für dein Auge unsichtbar. Ich bin wie ein Eisberg, hart und unverletzbar. Ich treib alleine auf dem Meer. Nehm jede Welle ohne Mühe. Aber mein kaltes Herz schlägt schwer.