Mai 2018
Mobiles Internet im Nicht-EU Ausland oder: Die unendliche Geschichte, Teil 347
Ich fahre auf Urlaub nach Tunesien. Kurz vor der Abreise wird mir bewusst, dass ich mal wieder die EU verlasse und mobiles Internet ein Problem werden kann. Ich nehme mir vor eine SIM Karte zu kaufen, damit ich weiterhin Pokémon Go spielen kann.
Bei der Ankunft am Flughafen von Tunis, nach der Passkontrolle und noch bevor wir unser Gepäck wieder vom Band nehmen, wird mir eine SIM Karte geschenkt. Orange hat einen Stand mit roten Teppich, neben dem jemand steht und allen Vorbeikommenden “SIM carte gratuite” sagt.
Für die gratis SIM Karte muss man seinen Pass herzeigen. Der wird “kopiert” und dann bekommt man eine SIM Karte ausgehändigt. Fertig.
Die Karte ist auch schon aktiviert. Die Kopie vom Pass ist in Wirklichkeit ein Foto. Die Glastheke von Orange hat eine Schublade. Eine Kamera ist mit der Linse nach unten mit Klebeband auf dem Glas befestigt. Der Pass wird aufgeschlagen in die Schublade gehalten und fotografiert.
Ich finde in meinem Reisegepäck keine Büroklammer oder ähnliches, um das SIM-Karten-Fach von meinem Handy aufzubekommen. Haarklammern sind zu groß, Stecknadeln hab ich keine dabei. Also wird die SIM Karte dann in mein altes Handy gesteckt, das meinem Freund als Pokémonhandy dient. Noch am selben Abend finde ich in dem kleinen Faltblatt, das bei der SIM Karte dabei war, eine Möglichkeit, umsonst einen Datentarif zu buchen:
Wenn man einen bestimmten Code eingibt, kann man ein kleines Notfallpaket an Daten buchen, das 7 Tage gültig ist. Man hat dann einen negativen Betrag auf der SIM Karte und wenn man Guthaben kauft, wird dieser Betrag einbehalten. Das probiere ich aus und es funktioniert erstaunlich gut.
Besser als das Hotel WLAN, das sehr schwach ist und auch ständig ausfällt.
Im Laufe des Urlaubs kaufe ich noch mindestens drei Mal Guthaben. Man bezahlt für 5 Dinar Guthaben 5 Dinar und 700 Millisime, das entspricht weniger als 2 Euro. Darum kann man einiges an Datenguthaben kaufen (Details hab ich leider vergessen). Ich finde das sehr billig und gehe nicht sparsam mit den Daten um.
Weil das Pokémonhandy vom Freund das mobile Internet hat und es über den mobilen Hotspot mit mir teilt, bin ich immer über WLAN online. Ich habe bei meinem Telefon eingestellt, dass es App Updates nur über WLAN machen soll und alle Fotos, die ich mache, sofort auf Google laden, wenn eine Internetverbindung besteht. Das Datenvolumen ist günstig genug, dass ich mich nicht darum kümmere, das für die Zeit des Urlaubs zu ändern.
Wir mache ein paar Ausflüge und haben meistens ganz guten Empfang. In Tunis, Karthago, Sidi Bou Said, Matmata, Hammamet, überall haben wir Empfang und können Pokémon spielen, Nachrichten lesen, Messenger benutzen und Fotos von Dromedaren per WhatsApp verschicken. Erst in der Wüste am Rande des Atlasgebirge gibt es wirklich gar keinen Empfang.
(verenka)












