„Und jährlich grüßt das Murmeltier: Jahr für Jahr wird bei den amtlichen Kontrollen etwa jeder vierte Lebensmittelbetrieb beanstandet – ohne dass sich an dieser traurigen Quote irgendetwas verbessert. 2013 gab es bei 25 Prozent der kontrollierten Betriebe Verstöße gegen Hygiene- und lebensmittelrechtliche Vorgaben, 2012: 26 Prozent, 2011: 27 Prozent, 2010: 26 Prozent, 2009: 24 Prozent. Es ist ein alljährliches Zeichen für Politikversagen – jedes Jahr wird das gleiche verkündet, ohne dass die notwendigen politischen Konsequenzen gezogen würden.
Mehr Kontrollen und mehr Kontrolleure werden an den verheerenden Hygienezuständen in der deutschen Lebensmittelwirtschaft nichts ändern. Die einzige Möglichkeit, die seit Jahren gleich hohe Beanstandungsquote endlich zu senken, ist die Veröffentlichung sämtlicher Kontrollergebnisse. Egal ob Schul-Cafeteria oder Büro-Kantine, Imbissbude oder Sternerestaurant, Metzgerei oder Supermarkt - Verbraucher haben ein Recht zu wissen, wer sauber arbeitet und wer nicht. Solange Verbraucher nicht erfahren, wer die Gammelfleisch-Händler und Schmuddel-Wirte sind, fehlt für die Betriebe schlicht der Anreiz, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.
Bundesernährungsminister Schmidt muss endlich die Veröffentlichung sämtlicher Kontrollergebnisse durch die Bundesländer gesetzlich vorschreiben - am besten nach dem seit über 10 Jahren bewährten Vorbild des Smiley-Systems in Dänemark. In Dänemark, New York oder Toronto hat die Veröffentlichung der Kontrollergebnisse bereits beeindruckende Verbesserungen der Lebensmittelsicherheit nach sich gezogen.“ – foodwatch-Campaignerin Luise Molling am 26. November 2014 zur Veröffentlichung des Jahresberichts des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)