30. 11. 2019
Der Nebel lichtet sich
Ich bin in einer Stadt unterwegs, die etwa eine Stunde Fahrtzeit mit dem Auto von zu Hause entfernt ist. Als ich zur Rückfahrt einsteige, bekomme ich bereits per Radio die Warnung, dass auf meiner Strecke teilweise sehr dichter Nebel liegt, mit Sichtweiten unter 50 Metern. Ein paar Minuten auf der Autobahn Richtung Heimat fahre ich in die erste dieser Nebelbanken. Die Sicht wird tatsächlich enorm eingeschränkt. Das erste Mal sehe ich, dass die automatischen Warntafeln über der Autobahn, die hier installiert sind, nicht “Stau” oder “Unfall” zeigen, sondern “Nebel” und die erlaubte Geschwindigkeit auf 80 km/h senken. (Das Internet verrät mir, dass es sich hier um sogenannte Streckenbeeinflussungsanlagen handelt, die in einer Zentrale gesteuert werden).
Während ich durch die graue Suppe nach Hause schleiche, frage ich mich, wie ich wohl die Nebelleuchte in diesem Auto anschalte. Seit dem Erwerb (das Techniktagebuch berichtete) bin ich noch nie im Nebel unterwegs gewesen, und durch die Automatikfunktion der Lichtmaschine habe ich mich nie weiter mit dem Drehschalter dafür beschäftigt.
Das Symbol, an das mich mich aus der Fahrschule vage als “Nebelscheinwerfer” erinnere, steht links von der Position, auf der sich der Schalter gerade befindet. Ich drehe das Rad nach links – die Beleuchtung erlischt völlig und ich erschrecke mich. Schnell drehe ich das Rad zurück auf “Auto”. Irgendetwas war da doch, was man damals tun musste. Nach einigen Kilometern Nebelfahrt, fällt es mir ein: Ich ziehe probeweise an dem Regler, die Nebelscheinwerfer schalten sich ein und das Symbol erscheint auf dem Armaturenbrett. Nun hoffe ich einfach, dass ich mir alles richtig gemerkt habe und nicht aus Versehen entgegenkommende Fahrzeuge mit einer falschen Lampe blende.
Sicher zu Hause angekommen, bestätigt mich das Auto: Als ich den Motor abschalte, erscheint im Display des Bordcomputers die Warnung: “Nebelscheinwerfer ausstellen!” Vielleicht sollte ich doch nach zwei Jahren Autobesitz mal das Handbuch lesen.
(Angela Heider-Willms)












