Vor mir stand eine Familie von dunkler, afrikanisch anmutender Hautfarbe.
Zunächst lief alles wie immer: Der Vater gab mir Befehle: „House Menü!“ Dann: „House – Kids- Menü!“
Ich fragte: „Mit Nuggets oder Burgern?“
Das Kind schrie nun dazwischen: „Ich will aber Burger!“
Ich wusste wie solche Diskussionen normalerweise ausgingen: Das Kind kreischt, wirft sich um Papas Beine, bettelt: „Mama, Mama!“, bis es das gewünschte bekommt.
Ich muss dann die House – Chicken – Box wieder stornieren und Drago die Gründe darlegen. Also beobachtete ich das Kind genau, warte bis es sich entschieden hat.
So höre ich die wütenden Worte des Vaters zu spät: „Hallo! HaLLOOO! HALLOO!!! Wer zahlt hier?!?!“
Der Mann meint mich, er bittet mich darum, nur seinen Worten Aufmerksamkeit zu schenken.
Wenn ich eins nicht leiden kann, dann Variationen des Satzes: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst...“ Wenn ich noch etwas nicht leiden kann, dann ist es angeschrien zu werden.
Zum Glück steht Kevin (Schichtführer) gerade hinter mir. Ich bitte ihn leise, meine Bestellung zu bearbeiten, damit ich einen Schluck trinken kann. Als ich zurück komme, ist die Familie weg.
Aber der Vater kommt zurück.
Kein Entkommen, denn dieses Mal bin ich allein an der Kasse.
Ich erwarte seine Befehle.
Da geschieht das Unglaubliche: Der Mann lächelt mich an! Bestellt lächelnd zwei Schokoeis! Und dann das absolut Unfassbare!
Er sagt: „Ich habe das vorhin nicht böse gemeint. Aber sie (das Kind) isst Burger nicht fertig.“
Eine Entschuldigung entgegen des Geldflusses. Inmitten des Kapitalismus!