Ich komme an nach angenehmer Langstrecke und heissem dreistündigem Inlandsflug, verlasse den Flieger und geh den dämpfenden Teppichboden entlang über die Fluggastbrücke hinein ins mehrstöckige Flughafengebäude über weiter endlosen muffeligen Teppich, der sich rotbraun bis in alle Ecken des Gebäudes ausbreitet; nehme die Rolltreppe hinunter, flink an den wenigen anderen Reisenden vorbei, die bereits auf ihr Gepäck warten, mein gewohnter Weg. Ich habe nichts eingecheckt, reise mit Unterhose, T-Shirt, Badehose und Flip-Flops plus Kindle und gehe zur grossen Tür, sie öffnet sich, andere Gesichter starren mich an, und in die schwere tropische Luft geh ich hinaus.
Ein Gerangel geht los, hohe Menschenstimmen dringen auf mich ein, mit weissen oder schmutzigen Hemden alle, schönem schwarzen Haar. Ein Wust an Abgasen, nasser Luft und gleissender Sonne drückt auf mich. Ich bleibe stehen, zieh mein Hemd aus, nehm die Mütze ab, wische sie mir über's Gesicht und schliesse die Augen und richte mich auf und lasse zum ersten Mal die Sonne gerade in mein Gesicht scheinen. Es tut gut. Ich schwitze so stark, meine Augen sind müde und schwer.
Ich weiss genau, was ich will. Ich ignoriere die Taxifahrer, gehe rechts weiter, sage allen Thanks, ich weiss, wo ich hin will, und ich weiss, mit wem und wie. Es wirkt, als würde sich eine Öffnung bilden in der Richtung meines Weges, sie lassen mich in Ruh. Ich fühle, dass ich in charge bin über mich. Mehr will ich nicht. Genau wie der Schweiss, perlt alles an mir ab.
Ich schlafe ein im Taxi für Minuten. Eineinhalb Stunden noch auf südlichsten Strassen, durch kleine Städte und hupenden Verkehr auf Landstrassen nebst rice paddies und Müll. Ananas und allerlei Grünes an den Strassenseiten zum Verkauf, weisse Tempelchen, Kühe und Hunde, Familien auf Mopeds, billboards mit Hotel- und Handyangeboten und coolen Freundesgruppen von helleren InderInnen mit dem einen perfekten weissen Mann. Dann fahren wir schon auf der kleinen Strasse zwischen den hohen Palmen nach der Brücke über dem Plastikdreckflüsschen, die in die parallel zum Meer verlaufende Dorfstrasse einmündet. Hier will ich aussteigen und die 900 Meter zu den Hütten gehen, an allen bekannten Läden und Restaurants und Resorts vorbei, vorbei an den Leuten, die mich noch kennen. Ich bin da. Genau hier hin wollte ich.








