Der Abolitionismus
Der Abolitionismus im kriminologischen Kontext beschreibt eine Bewegung, die den Ansatz vertritt, dass die Institution Gefängnis obsolet und die Freiheitsstrafe in ihrer Umsetzung inhuman sei und den gesetzten Zielen nicht gerecht wird. Der Abolitionismus geht bis zu der Forderung, die Strafe als Reaktion auf Kriminalität überhaupt abzuschaffen. Ein Ziel, das die radikale Hinterfragung bestehender sozialer Strukturen unserer Gesellschaft fordert.
Zu Beginn des Zeitalters der Freiheitsstrafe vor etwa 300 Jahren war diese eine definitive Besserung der damaligen Strafverhältnisse. Eine Begrenzung der körperlichen Freiheit ist unter Einhaltung gewisser Aspekte humaner, als die körperlichen Strafalternativen. Mit steigender Qualität außerhalb der Gefängnisanstalt muss auch die innerhalb angepasst werden.
„For penal spectators, prisons are there to punish. They are meant to inflict pain on criminals in return for the wrong they did to others.“
No Prison, 2015
Gründe gegen das Gefängnis:
„Ideally Imprisonment deprives the convict of his or her freedom of movement, but nothing else.“
Feest und Scheerer, 2015
Überholtheit vieler Gefängnisgebäude (Alte Gefängnisse stehen für alte Werte)
Übertriebener Strafcharakter
Zwangsarbeit
Aufgezwungene Armut
Unterdrückung der Sexualität
Zusätzliche Bestrafung Dritter
Stigmatisierung der Inhaftierten
„Everyone knows that the absence of education, dislike of regular work, physical inability of sustained effort, misdirected love of adventure, gambling propensities, absence of energy, an untrained will and carelessness about the happiness of others are the causes which bring this class of people before the courts. Now I was deeply impressed during my imprisonment by the fact, that it is exactly these defects of human nature - each one of them - which the prison breeds in its inmates; and it is bound to breed them because it is a prison and will breed them so long as it exists.“
Kropotkin, 1899











