In letzter Zeit denke ich häufiger nach, als sonst...
Es ist nicht so, dass ich selten meine geistige Einsamkeit suche, im Gegenteil. In diesem Jahr jedoch noch häufiger als zuvor...
Ich denke nach über den Kapitalismus, Invalidität, meinen magischen Weg, über Corona, meine Beziehung, wie es beruflich weiter geht, meine Bücher über Magie, meine Tiere, meinen Heilkräuterschrank und dessen Inhalt, meine Zukunft, meine Ängste.
Ich habe Angst, dass es nicht so weiter geht, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe Angst, dass sich mein Sermon 'Alles wird, wie es soll' nicht erfüllen wird. Ich habe Angst, dass ich nicht die Stütze für meinen Liebsten bin, die ich mir erdenke.
Ich habe Angst, nicht so stark zu sein, wie ich muss, um diese heikle Zeit sicher zu überstehen.
Und doch bin ich zugleich zuversichtlich. Ich weiss, dass ich die Kraft habe, für alle anderen da zu sein, die mich brauchen. Auch wenn ich manchmal selbst nicht sehe, wie es denn nun gut werden soll.
Ich habe Angst, zu verlieren, was ich mir aufgebaut habe und doch weiss ich, dass sich alles im sicheren Hafen befindet, wenn ich nur darauf vertraue. Vertraue auf meine Fähigkeiten, die mir immer wieder beweisen, was ich tatsächlich kann. Die mir somit meinen Verdienst sichern. Womit ICH mir meinen Verdienst sichere.
Ich vertraue auf die grosse Mutter, die grosse Göttin Erde, Gaia, Hekate, Baba Jaga oder wie auch sonst man sie nennen mag.
Sie ist es, die mir die Fähigkeit gab, meine Fähigkeiten überhaupt zu erarbeiten.
Und doch begleitet mich die Angst, zu versagen. Zu verlieren. Nicht wieder aufzustehen, wenn ich falle.
Ich weiss jedoch, dass dies normal ist. An jedem einzelnen Tag in meinem Leben. Die Angst ist ein Begleiter, der mich zu Höchstleistungen bringst. In jeder Stunde, jeder Minute, jeder Sekunde.
Und das ist in Ordnung. Ich darf Angst haben. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und ohne Schatten, woher wüssten wir denn sonst, was Licht ist? Woher wüssten ICH, was mir gut tut, wenn ich vorher erfahren hätte, was schlecht für mich ist?
All die Erfahrungen, die ich bisher sammeln durfte, haben mir deutlich gemacht, was ich nicht haben möchte. Und gleichzeitig auch, was ich haben möchte.
Ich brauche kein riesiges Haus, mit ach so viel Platz und zig Stockwerken. Ich brauche ein Zuhause. Ein Zuhause, in dem ich mich mit meinen Ängsten und meinen Wünschen beschäftigen kann. Ohne, dass ich Rechenschaft ablegen muss.
Ich brauche keinen Garten, der gross ist wie ein Park und diverse seltene Pflanzen beherbergt. Ich brauche einen Garten, der mich nähren kann und in dem ich meine Heilkräuter finde, um meine Liebsten und mich gesund und kraftvoll zu erhalten.
Ich brauche kein edles Pferd, das zahllose Preise gewinnt und hübsch aussieht. Ich brauche dieses kleine, wundervolle Fuchspony, dessen Farbe mir noch nie gefallen hat, das jedoch einen solch wunderbaren Charakter aufweist, dass die Fellfarbe mehr als egal ist, das freudig zu mir kommt, wenn es mich sieht und auch erwartungsvoll in den Kekse-Beutel beisst, weil es nicht schnell genug geht. Das Pony, das alles gibt, weil es genau weiss, dass es auch alles von mir kriegt.
Ich brauche nicht einen Menschen der erfolgreich ist und toll aussieht. Ich brauche den Menschen, der auch schon gescheitert ist und weiss, dass jeder Höhen und Tiefen erlebt und schweigend neben mir sitzt, wenn es wieder so weit ist. Der mich in den Arm nimmt, genauso, wie ich ihn in den Arm nehmen, wenn es bei ihm gut oder schlecht läuft.
Schlicht weil dies mir die Kraft gibt, das Unmögliche doch möglich zu machen. Weil meine Ängste und Hoffnungen normal sind. Weil jeder von uns solche Ängste und Hoffnungen kennt. Weil jeder täglich damit konfrontiert ist. Weil es normal ist, so zu fühlen. Wie an jedem anderen Tag.













