14. Mai 2020
Ich will etwas ausprobieren, aber nicht dringend genug
Ich setze die VR-Brille auf, um Beat Saber zu spielen, während ich den Drosten-Podcast höre, weil ich ohne Beschäftigung nicht so lange (ok, eigentlich überhaupt nicht) konzentriert zuhören kann. Ganz oben im Menü bietet mir Oculus an, dass ich im Rahmen einer schon zwei Jahre alten, aber mir bis heute unbekannten Sache namens “Oculus Venues” genau jetzt live im Monterey Bay Aquarium bei irgendwas dabei sein kann.
Bild aus der Ankündigung bei Facebook, weil Screenshots in der Brille so mühsam sind.
Das will ich ausprobieren. Zuerst gelange ich in einen runden grauen Vorraum, in dem ich erst mal diverse Genehmigungen erteilen soll. Ich muss mein Mikro freigeben (die Brille hat also ein Mikro, das wusste ich nicht). Man verspricht mir, dass ich es, wenn ich erst mal drin bin, wieder abschalten darf. Das ist mir zwar ein bisschen unangenehm wegen des Drosten-Podcasts, aber meinetwegen.
Als Nächstes will sich Oculus Venues mit meinem Facebook verbinden, sagt mir aber nicht, wozu. Ich will nicht darüber nachdenken, ob das etwa ungewollte Nachrichten in meiner Timeline bedeuten wird. Meine kleine Aquarium-Ausprobierlust ist jetzt aufgebraucht und ich will lieber Beat Saber spielen. Beim Versuch, den grauen Vorraum wieder zu verlassen, begegnet mir noch ein “Code of Conduct”, aber zu spät, darüber finde ich nichts mehr heraus.
Deshalb gibt es hier nur zu berichten, dass man wohl irgendwie mit der VR-Brille zu Liveveranstaltungen ins Aquarium kann, wenn man ein geduldigerer Mensch ist als ich oder einen dringenderen Wunsch nach Algenwäldern verspürt. Ich schreibe es trotzdem auf, falls es eines Tages normal wird. Das Normale beginnt ja manchmal mit einem Aquarium, und es ist gut, später nachlesen zu können, wie gleichgültig man bei der ersten Begegnung war.
(Kathrin Passig)









