1996 – 2015(18)
Problem Newsletter Abonnements
Seitdem ich eine Email-Adresse besitze (1996), begann auch das Abonnieren von Newslettern. Auf den meisten Sites gab es diesen Service. Es war wie eine Garantie darauf, dass spannende Entdeckungen einem wieder beglücken – zu einem überraschenden Zeitpunkt, in der eigenen Email-InBox – ohne dass man zwischendrin auch nur einmal daran denken muss. Also z.B. die Wiederholung der ultimativen Begeisterung, die mich einmal für die verschiedenen Enghalsflaschen von Semadeni packte.
Die Sammlung wurde grösser: ich mag mich noch erinnern, dass ich wegen zu vielen Emails in der Inbox doch begann, mir eine „Regel“ zu definieren, die einzige Form von Organisation, der ich mein Mac-Email Programm unterzog, die ca 55 Newsletter-Abonnements in einem Postfachordner „Newsletter“ sammelte (ca 2000). Diese Sammlung bewährte sich dann, als ich im Herbst 2003 in den Flieger stieg und auf dem 12 h Flug nach Los Angeles die 55 Newsletter-Abos mit der schon damals sehr nützlichen Suchfunktion nach spezifischen Inhalten durchstöberte: Los Angeles, Art, Exhibitions, City of Los Angeles, Upcoming News … Meine ganz eigene Art des Offline-Googelns.
Als herausragend erwies sich schon damals der Newsletter e-flux, dessen Archive von 1999 – 2006 vom Kunstbuch Verlag Jrp Ringier gleich als Kunst-Buch herausgegeben wurde – im vertrauten HTML Layout. Einer der wenigen Newsletter, die es ohne Unterbrüche noch bis heute in meine Inbox schaffen.
Die Regel hatte irgendwann nicht mehr synchronisiert beim User-Migrieren, geschätzt im Jahr 2005, und da es damals auch noch keine Cloud gab, hätte ich die Regel noch auf meinen Agentur-Computer transferieren müssen, wo uns das Microsoft Email Programm Outlook aufgezwungen wurde. (Aber im Übrigen weigere ich mich, solche Dinge zweimal anzufassen, da ich der Überzeugung bin, dass die Software das eigentlich ohne meine Hilfe schaffen müsste.)
Nachdem ich bei meiner Freundin zügeln half, hat mich das erlösende Räumen so mitgerissen, dass ich immerhin meine Email-Inbox konsequenter aufzuräumen begann (2015): ich begann, bei den meisten Newslettern in meiner Inbox runterzuscrollen, um nach dem erlösenden Link zu suchen: Unsubscribe, No longer want to receive these Emails? Während der letzten 7 Tage habe ich also täglich mindestens 5-10 Newsletter Services gekündigt. Eine ganze Sammlung von persönlichen Historien und Momenten tut sich da auf: Emirates, THE AMERICAN DREAM, e-balance, elitepartner, Inpholio, Digitec, Jade Club, Weltwoche, Nico Trinkhaus, French Film & TV Office, …
Eine Woche später: Ich verliere schon wieder die Geduld - noch immer sind von 20 sichtbaren Emails in meiner Inbox 11 Newsletter. Gewisse kommen ja nur im 14-tägigen Rhythmus: [email protected] (4/2015: Yves Netzhammer in der Stromfabrik. – Wie man ein Atelier findet. – Verjüngtes Wasserspiel) oder im 3-monatigen Rhythmus: [email protected] (Help us Change the Ratio at Web Summit 2016). Gewissen Newslettern hatte ich noch eine Chance gegeben – oder das schlechte Gewissen, ich sollte mich doch immer über aktuelle Geschehen informieren, hat mich getrieben: [email protected] (Posts from swissmiss for 11/24/2015). Ein ganz ärgerliches Phänomen: [email protected] (Unkündbar, da der Service an meinen User-Account gebunden ist, mit dem ich meine Druckaufträge mache – und dieses Login/Passwort wiederzufinden, ist garantiert eine zu langwierige Angelegenheit.)
Nachtrag 2018: all die Unsubscribe-Aktionen haben ca 2-4 Wochen lang gefruchtet – und danach landeten die meisten Newsletter leider trotzdem wieder in meiner Inbox. (Emirates, Digitec, e-balance, THE AMERICAN DREAM, French Film & TV Office) Ausgeblieben sind seither weiterhin: e-balance, Weltwoche.
Jedenfalls: Ich werde mir die nächsten Klicks Do you wish to receive our daily Newsletter? besser überlegen – und in der Folge sicher den Aufwand des Unsubscribens nicht mehr auf mich nehmen.
Aber ansonsten: es macht doch irgendwie Spass, von President Obama eine Email in der Inbox zu haben.
(Tabea Guhl)










