Vierter Vortrag: Claudia Colini vom Zentrum für Handschriftenkunde, Universität Hamburg: ” When Conservation forgets Codicology”
Claudia Colini berichtete über Restaurierungen von orientalischen Bindungen an der Biblioteca Nazionale Dei Lincei e Corsiniana in Rom. Diese Restaurierungen wurden vor allem in den 70ziger Jahren ausgeführt und verfolgten vordringlich das Ziel die Bücher wieder benutzbar und “ordentlich” aussehen zu lassen. Dabei wurden leider viele Dinge nicht beachtet, die heute für uns Restauratoren von großer Bedeutung sind: die ausnahmslose Dokumentation des ursprünglichen Zustandes und aller Veränderungen während der Bearbeitung, die Verwendung aller Originalteile und der Anspruch die vorhandenen Technik wenn irgendwie möglich nicht zu verändern. Manchmal ist es zum Glück möglich Veränderungen nachzuvollziehen, aber oft gingen Informationen und Fragmente solcher alten Restaurierungen leider verloren. Es kam zum Verlust von Verzierungen, Inlays und Beschriftungen, zu Dimensionsänderungen oder einer falschen (nicht der ursprünglichen Heftung folgenden) Bindung oder gar der Verwechselung von Lagen. Um diese Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, schlägt Claudia Colini vor, uns mit aller Kraft zu bemühen, Verluste der Originalsubstanz auf ein Minimum zu reduzieren, die Dokumentationen und das Restaurierungsprotokollem so genau wie möglich zu verfassen, vor dem Beginn der Arbeiten sehr aufmerksam zu schauen, um den passenden Restaurierungskonzepten Folgen zu können. Des weiteren Besonderheiten, die nur bei der Restaurierung zu Tage treten ausreichend zu beschreiben und fotografisch festzuhalten, bei der Restaurierung soweit möglich das Vieraugenprinzip anzuwenden und das wir uns als Restauratoren auch kunsthistorisch weiterbilden sollten, um solche besonderen Bindungen wie z.B die arabischen so originalgetreu wie möglich restaurieren zu können.













