Korschenbroicher „Mundartoffensive“: 70 Ortstafeln jetzt auch auf „Platt“
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Korschenbroicher „Mundartoffensive“: 70 Ortstafeln jetzt auch auf „Platt“
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Dormagen: Ortstafeln gestohlen - Straberg
Dormagen: Ortstafeln gestohlen – Straberg
Dormagen-Straberg – Erneut haben Diebe an den Ortseingängen von Straberg aus Richtung Nievenheim und Knechtsteden die gelben Ortstafeln gestohlen. Nur noch die Schildermasten mit den leeren Rahmen sind hier übrig geblieben. (more…)
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Aufbruchstimmung in Kärnten
Oder: Eine Lösung ohne Problem
Im April ist nicht nur das Wetter, sondern eben auch die Nachrichtenqualität launisch. Die Berichterstattung über Libyen lässt stark nach, obwohl der Krieg weitergeht, aber scheinbar verliert er an Schrecken, weil sich die Massaker nur noch wiederholen, nicht verschlimmern. Währenddessen gab es aber immerhin interessante Artikel über die neue ÖVP zu lesen, man muss schon extrem desinteressiert sein, um das versäumt zu haben. Nun ist es eben so, dass der Krieg in Libyen scheinbar nicht mehr so läuft, was in der Elfenbeinküste geht interessiert uns nicht, geschweige denn was in Nigeria passiert, und ach ja, in Syrien war was, aber was viel wichtiger ist und heute den Rest der Welt überdrängt: Die Kärntner Ortstafelfrage wurde gelöst! Holy moly!
Mal ganz abgesehen davon, dass es wirklich wichtigeres – titelseitenwürdigeres, würden Journalisten wohl meinen – gibt, gefällt mir auch nicht, wie darüber berichtet wird. Es wird von einem Wahnsinnstriumph gesprochen, zumindest ohne diesen Terminus zu verwenden, aber was genau ist passiert? In Kärnten leben viele Slowenen und die Frage war, ob und wenn ja, wo man zweisprachige Ortstafeln aufstellen soll. Und jetzt hat man den Kompromiss, der Staatsvertrag von Österreich ist somit nach 56 Jahren endlich vollends erfüllt. Sofern das Parlament diese Lösung absegnet. Die Lösung lautet übrigens, dass zusätzlich zu den Ortschaften, die schon jahrelang zweisprachig sind, jetzt auch noch weitere 80 zweisprachige Ortstafeln hinzukommen sollen. Insgesamt sind es jetzt 164. Außerdem wird in St. Kanzian und Eberndorf nun slowenisch als Amtssprache eingeführt.
Warum das eigentlich eine so tolle Lösung sein soll, frage ich mich schon. Okay, es gibt hier viele Slowenen. Aber in Berlin leben mehr Türken als in Ankara, und in Chicago leben mehr Polen als in Warschau. Und stellt man dort überhaupt die Frage nach einer Ortstafelreform? Eine Kleinigkeit! Denn – und das ist nicht ausländerfeindlich, sondern ist einfach so – die Slowenen können doch auch Deutsch lernen, oder? Sie sollten Deutsch können, immerhin werden diese Slowenen (der Anteil beträgt durchschnittlich 17 % an der Grenze, soweit ich weiß) nirgendwo als Einwanderer oder Minderheit bezeichnet, die sind also schon lange hier, leben hier, „legal“ möchte man sagen. Und da ist es wohl kein Problem, wenn die Ortstafeln in der Landessprache sind, oder? Wenn die Familie aus dem Ausland mit dem Auto herkommt erkläre ich ihnen eben anhand deutscher Ortsnamen wo sie fahren müssen. Also wenn ich in Kärnten gerade ein Slowene wäre, ich würde das cool, weil lächerlich finden, vor allem das mit der Amtssprachänderung.
Auch unsinnig: Die FPÖ fordert eine Volksbefragung zu diesem Thema. Österreichweit wäre das wohl sinnlos, da es erstens außerhalb von Kärnten – gerade bei Jugendlichen, ebenfalls Wahlberechtigten – keine Sau interessiert, also wird das wohl auf Bundeslandebene ablaufen. Und was würdet ihr wählen, wenn man euch fragt: „Hey Österreicher, seid ihr dafür dass wir zweisprachige Ortstafeln aufstellen und in zwei Gemeinden die Amtssprache ändern? Ja [ ], Nein [ ] – wer stimmt dann für Ja? Wahlberechtigte Austro-Slowenen und Leuten denen es scheißegal ist. Aber diese Volksbefragung wird jetzt durchgeführt. Und auch wenn sie mit „Nein“ ausgeht, wird diese tolle Lösung durchgeführt. „Hey Kärnten, wir haben eine tolle Reform, was haltet ihr davon?“ – „Nichts, ihr seid scheiße.“ – „Okay, lasst sie uns durchsetzen!“ - so in etwa. Aber HC Strache sagt dazu: „Da sieht man’s mal wieder, wo die FPÖ regiert, darf das Volk mitreden.“ – ja, nur ist das, was gesagt wird, scheißegal. Oh ja, dafür wähle ich blau, ganz bestimmt, Heinzi …