Hase mit hausgemachten Bärlauch-Gnocchi sowie Brezeln gefüllt mit Osterjause und österliche Muffins und Schokoeier
Drei Tage haben wir verdaut, drei Tage haben wir aufgeräumt, dann noch ein bisschen verschnauft. Aber jetzt ist endlich die Zeit gekommen, von unserer Ostermontagsjause zu berichten. Erschrecken Sie nicht: Wir haben die traditionelle Osterjause quasi auf ein neues Level gehoben.
Liebe Vegetarier, es tut uns leid, dass es jetzt bereits zu spät ist, wegzuklicken. Dass ihr die Fotos sehen musstet. Die Bilder des kleinen Lord Voldemort, der da ein bisschen - zugegeben - mittleiderregend zu einer Mahlzeit wurde. Aber etwas Trost: Wir haben mit Google Maps recherchiert. Der Osterhase hatte bei Bauer Schadler sicher ein gutes Leben. Vor dem Ableben.
Außerdem kaufen, kochen und essen wir immer guten Gewissens. Und wir haben wirklich unser Bestes getan, dem Tier zumindest posthum und prä-kulinarisch Gutes zu tun.
Das hat damit begonnen, dem Hasen ein nächtliches Bad aus Buttermilch und Essig, Knoblauch, Lorbeer, Thymian, Zwiebel, Chilli-Pfeffer und ein paar Golchibeeren zuzubereiten. Am nächsten Morgen wurde er dann in eine Rotweinbrühe getaucht. Auch nicht so schlecht.
Heimelig warm wurde es dem Festtagshasen dann beim kurzen Brutzeln in der Pfanne, und dem anschließenden Besuch im Ofen. Der mit 90 Minuten und 150 Grad doch sehr ausgiebig ausfiel. Der Gute soll sich nicht beschweren, wir tun es auch nicht.
Währenddessen und zur Erklärung: Wir hatten ja hohen Besuch zum Festmahl - unsere Versuchskanninchen beim Kanninchen - und das will ausgenutzt sein. Her mit dem vielen Essen!
Als Vorspeise haben M. und S. deshalb eine Osteriause (Osterschinken, Karree, zweierlei Käse, Eier, Kren - alles geweiht!) auf Buchstabenbrezeln serviert. Schon allein deshalb, damit ein jeder Gast auch wusste, wo er zu sitzen hat.
Die Brezeln: Ein einfacher Vollkorn-Hefeteig mit etwas mehr Fett als üblich. In unserem Fall: 500g Mehl, ein Würfel frische Hefe und etwas Trockenhefe, 50g Butterschmalz und etwas Salz. Gern etwas mehr Salz. Der ordentlich durchgeknetete Teig darf zwei Mal 45 Minuten gehen und sich dann zu Buchstaben oder Brezeln formen lassen. Ein Ei mit Salz und etwas Wasser verühren und die Brezeln bestreichen. Mit Salz bestreuen und bei 200 Grad etwa eine halbe Stunde backen.
Der Rest ist eher eine Frage der Organisations- als der Kochkunst: Man muss kein Katholik sein, um an geweihtes Fleisch zu kommen. Und das schlechte Gewissen gegenüber Herrn Hase ist schon wieder etwas kleiner.
Außerdem gab es zum Hasen noch frühlingshafte Bärlauch-Gnocchi. Auch diese sind kinderleicht. Vor allem mit Kinderhänden: Ein gutes Kilo Kartoffeln mit Schale kochen (damit sie kein Wasser aufsaugen), etwas abkühlen lassen, schälen und dann zu Stampf, Brei, Muß – wie auch immer es genannt werden will – was da am Ende als zermatschte Kartoffel übrig bleibt. Dazu 50 g Butter, großzügiger Abrieb Parmesan, ein oder zwei Eier und soviel Mehl, dass sich das angereicherte Muß zu kleinen Gnocchi formen lässt. Der kleingeheckselte Bärlauch ist natürlich freiwillig, sorgt aber für ordentlich Geschmack im sonst sehr dezenten Kartoffelteilchen.
Diese in Form zu bringen ist dann keine große Kunst: Man forme Röllchen, schneide sie zu kleinen Stücken und drücke diese mit einem kleinen Finger in eine Gabel. Das Ziel dabei ist, auf der einen Seite des Gnocc ein Gabelmuster zu haben und auf der anderen eine vom Kinderfinger verursachte Einbuchtung. Wer faul ist, kann das weglassen. Aber es sieht einfach besser aus und es ist mehr Platz für Soße. Ganz einfach.
Als wäre das nicht schon genug des Köstlichen für unsere Gäste gewesen, haben wir ihnen als Schlussgang gleich zwei Nachtische vor die vollen Bäuche gestellt. Einmal mit und einmal ohne Schokolade - ganz weglassen kann man sie ja nicht.
Wichtig: Die österlichen Muffins leben unter anderem von den kleinen süßen und bunten Eiern obendrauf. Am besten Geleeeier. Deswegen muss man die Muffins auch längerfristig planen. Drei Tage vor Ostern sind die nämlich ausverkauft, stellt sich heraus. Alternative waren heuer eben andere Nasch-Eier. Auch ok. Die Teigmasse setzt sich aus Mehl, Eiern, Zucker, Milch und Backpulver zusammen. Kleines Geheimnis: ein Päckchen Vanillepulver ersetzt geschmacklich den Vanillezucker und sorgt dafür, dass die Masse etwas zähflüssiger wird - also so, wie wir sie haben wollen. Bei 180 Grad ins Rohr und mit dem Stricknadeltest herausfinden, wann die Muffins durch sind. Derweil dürfen die Kokosraspel schon (mit Lebensmittelfarbe) eingefärbt werden, um wie hübsches Gras auzuschauen sowie ein Staubzucker-Zitronen-Gemisch angerührt. Das kommt dann auf die ausgekühlten Muffins, darauf das Gras, darauf die Mini-Ostereier und fertig, schmatz.
Dessert Nummer Zwei waren Schokoeier. M. hat dafür normale Eier ausgeblasen, S. hat ihn dabei bewundert. Die Schokosauce, die als Füllung herhalten musste, war eine Kombination aus - no na - Schokolade und Obers, die viel zu flüssig war. Die Eier kamen nicht umhin, ins Gefrierfach gestellt zu werden. Hat sich aber ausgezahlt. Am Ende war alles weggeputzt. Bis auf die Schale.
Deko und Fotos: Fräulein K.











