Nürnberg Auf welche Spiele er sich diese Saison denn besonders freue, war Robert Klauß vor dem Zweitliga-Start gefragt worden. Man hätte die Ausflüge zu den prominenten Bundesliga-Absteigern Schalke und Bremen vermuten können, oder auch den ja immer irgendwie attraktiven Trip zum Hamburger SV. Klauß aber nannte: Dresden und Rostock. "Ich bin halt ein Kind des Ostens", erklärte der 36-Jährige, es klang fast wie eine Entschuldigung. (...) Dass die neuen Bundesländer auch über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung im deutschen Profifußball mit aktuell zwei Bundesligisten (Union Berlin, Leipzig), drei Zweitligisten (Dresden, Rostock, Aue) und drei Drittligisten (Magdeburg, Halle, Zwickau) ziemlich unterrepräsentiert sind, hält Klauß nur für ein Spiegelbild der strukturellen Lage in der Republik: „Wo das Geld sitzt, wird Bundesliga gespielt.“ Heidenheim und Cottbus etwa seien von der Größe her vergleichbare Städte. Während aber in der schwäbischen Provinz immerhin börsennotierte Unternehmen säßen, gebe es in der Lausitz eben nur „die Kreissparkasse Spree-Neiße“. Und deshalb dümpelt Energie, neben Dresden, Rostock, Leipzig und Union einer von bislang fünf Ostvereinen, die es irgendwann ins Oberhaus geschafft haben, nur noch in der Regionalliga umher, flankiert von den ehemaligen Zweitligisten Jena und Chemnitz. Mit dem letzten DDR-Meister Rostock und dem achtmaligen Titelträger Dresden sind nun jene zwei Klubs, die zur Saison 1991/92 in die zwischenzeitlich auf 20 Vereine aufgestockte Bundesliga aufgenommen worden waren, zumindest in die 2. Liga zurückgekehrt. Hansa benötigte dafür neun Jahre, Dynamo konnte den jüngsten Sturz in die Drittklassigkeit prompt korrigieren, gilt mit drei Abstiegen in zehn Zweitliga-Jahren aber als Fahrstuhlklub. (...)













