Otto Schubert (1892–1970) war ein deutscher Maler, Grafiker und Illustrator, der vor allem im künstlerischen Umfeld Dresdens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tätig war. Er zählt zu jener Generation von Künstlern, deren Werk zwischen Expressionismus, Neuer Sachlichkeit und angewandter Grafik angesiedelt ist, ohne sich eindeutig einer einzelnen Stilrichtung zuordnen zu lassen.
Schubert erhielt seine Ausbildung zunächst an der Kunstgewerbeschule Dresden und setzte sie anschließend an der Kunstakademie fort, wo er unter anderem bei Emanuel Hegenbarth sowie später als Meisterschüler von Otto Gussmann und Otto Hettner studierte. Früh sammelte er praktische Erfahrungen als Theatermaler am Dresdner Hoftheater, was seine spätere Bildauffassung durch eine ausgeprägte Sensibilität für Raumwirkung und Inszenierung prägte.
Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er zeitweise als Soldat teilnahm, etablierte sich Schubert als freischaffender Künstler. 1919 gehörte er zu den Mitbegründern der Dresdner Sezession Gruppe 1919, die mit Künstlern wie Otto Dix und Conrad Felixmüller eine wichtige Rolle im avantgardistischen Kunstleben der Weimarer Republik spielte. Neben der Malerei widmete sich Schubert intensiv der Druckgrafik sowie der Buchillustration und arbeitete mit einflussreichen Kunstkritikern wie Julius Meier-Graefe zusammen.
Die Zeit des Nationalsozialismus bedeutete einen tiefen Einschnitt in Schuberts künstlerische Laufbahn. Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ wurden zahlreiche seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen entfernt und teilweise zerstört. Hinzu kamen erhebliche Verluste durch die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg, wodurch ein großer Teil seines Œuvres unwiederbringlich verloren ging.
Nach 1945 lebte und arbeitete Schubert weiterhin in Dresden, nun in der Deutschen Demokratischen Republik. Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler und blieb bis zu seinem Tod 1970 künstlerisch tätig. Trotz seiner zeitweiligen Anerkennung im frühen 20. Jahrhundert ist sein Werk heute nur fragmentarisch überliefert, was seine kunsthistorische Rezeption bis in die Gegenwart hinein erschwert.









