Geben Sie mir den Arzt, ich bin eine Tablette. Oder so ähnlich.
Unserer vermaledeiten Generation Y wird ja vieles nachgesagt. Faulheit, Planlosigkeit… Wenn man unser Arbeitspensum als Assistenzärzte vergleicht mit dem, was vor zwanzig Jahren Tagesgeschäft war, sind wir sicherlich irgendwie schon ein verweichlichter Haufen. Auf der anderen Seite muss man uns zugestehen, dass die Medizin komplexer und unübersichtlicher geworden ist und wir heute in einem Wirrwarr, einem förmlichen Wirbelsturm an Informationen navigieren müssen. Arzt im Praktikum und 48h-Schichten waren einmal, moderne Hochleistungsmedizin und Arbeit am obersten Rand der ökonomischen Machbarkeit fordern aber ihren ganz eigenen Tribut.
Nach jetzt vier Diensten in enger Folge (über die Rechtmäßigkeit der Arbeitszeiten sollte man lieber nicht nachdenken, sonst ist die nächste Überlegung die nach der Haftpflichtversicherung nach illegalen Arbeitszeiten und dann kommt einem das große Gruseln) wache ich am nächsten Morgen mit explodierendem Schädel auf und möchte noch vor dem Frühstück rückwärts verdauen.
Wie ein zitterndes Häufchen Elend stehe ich in dicke Schichten eingepackt in der Apotheke um die Ecke und warte brav, dass ich rankomme. - "Guten Morgen!", werde ich freundlich begrüßt. "Was kann ich für Sie tun?" - "Vomex A Dragees und Ibu 600 in der N1-Packung bitte", murmele ich in mich rein. Die Apothekerin guckt mich mitleidig an. - "Die Ibuprofen sind leider verschreibungspflichtig, da bräuchte ich ein Rezept von Ihnen." In meiner Hosentasche kramend nicke ich. - "Ich bin das Rezept", sage ich und halte ihr meinen Arztausweis hin.
Spruch des Tages. Die ganze Apotheke feiert. Immerhin komme ich lächelnd wieder nach hause und stelle mal wieder fest: Lachen ist gegen viele Dinge eine ziemlich gute Medizin.










