Februar 2021
Unendliches Leergut
Vor Weihnachten will ich mir etwas gönnen und bestelle, sonst Leitungswassertrinkerin, Snacks und Getränke bei einem bekannten Internet-Getränkelieferdienst. Das Bestellen ist sehr einfach: Profil mit Zahlungsweise anlegen, Ware aussuchen, Zeitfenster für die Lieferung auswählen. Pünktlich bekomme ich die Getränke und die Snacks anderntags ins Haus geliefert. Es fühlt sich sehr luxuriös an.
Leider habe ich mir in meiner Luxusgier keine Gedanken darüber gemacht, dass ich ja nicht regelmäßig bestellen möchte. Nur bei einer weiteren Lieferung nämlich wird Leergut abgeholt bzw. mitgenommen. Eigentlich verständlich, nur eben auch unluxuriös. Kästen und Flasche haben noch dazu jeweils exotische Formen, die ich so in den von mir frequentierten üblichen Supermärkten noch nicht gesehen habe. Bei Mehrwegleergut, so erfahre ich, müsse man jeweils nur die Sorte zurücknehmen, die man auch selbst im Angebot hat.
Im Januar schaffe ich es nicht, die Kästen wegzubringen, denn ich weiß nicht, wohin.
Im Februar frage ich bei einer lokalen Social Media Community nach: In welchem Supermarkt kann ich diese (Foto anbei) Flaschen zurückgeben? Niemand weiß vernünftig Auskunft zu geben. Also beiße ich in den sauren Apfel und beschließe, wenn ich einmal ohnehin mit dem Auto unterwegs bin (was aus Pandemiegründen gerade eher selten der Fall ist), den Umweg zur 15 Autobahnminuten entfernten einzigen Leergutannahmestelle des Lieferanten zu machen.
Die Rücknahmestelle ist dort, wo auch die Lieferwagen beladen werden und es ist viel Ladebetrieb. Der erste Mensch, den ich auf dem Hof anspreche, weiß nichts von Leergutannahme, besteht aber darauf, die Kästen für mich hineinzutragen. Ein zweiter weiß, was bezüglich des Pfandes zu tun ist. Nun muss ich Namen, Adresse und Mailadresse angeben und er fügt alles händisch in ein Pfandrückgabeformular ein. Es ist laut in der Halle und wir tragen Masken, so dass er mich schlecht bzw. nicht versteht. Ich muss ihm mehrere Angaben von Hand aufschreiben. Dann tippt er sie ab. Das Ganze dauert sicher zehn Minuten. Meine mehrfache Frage, ob er nicht anhand der Mailadresse und des Namens meine Daten im System finden könne, verneint er. Vielleicht hat er sie auch nicht verstanden. Am Ende druckt er jedenfalls zwei Belege aus, einen soll ich unterschreiben. Ich hege inzwischen leise Zweifel, ob mein Pfand jemals zurückerstattet wird, aber naja, Luxus hat eben seinen Preis. Hauptsache das Leergut ist aus dem Weg.
(Mia Culpa)












