29. Juni 2017
Peak Beep?
Zu dem Büro, in dem ich arbeite, gehört eine leidlich eingerichtete Küche und darin steht auch eine Mikrowelle. Das mindestens zehn Jahre alte Gerät wurde wegen Altersschwäche kürzlich gegen ein neues ausgetauscht.
Der alte Mikrowellenherd – denn so müsste es ja eigentlich richtig heißen – verfügte über zwei Drehregler zum Einstellen der Leistung und der Dauer des Aufheizvorgangs sowie eine Taste zum Öffnen der Tür, wodurch ein laufender Heizvorgang unterbrochen wurde.
Der Regler für die Kochzeit funktionierte offenbar wie eine mechanische Eieruhr. Indem man ihn nach rechts drehte, zog man eine Feder auf, die dann ein Uhrwerk antrieb, das den Regler die entsprechende Anzahl Minuten wieder zurück laufen ließ. War die gewählte Zeit abgelaufen, löste dieser Mechanismus einen einzelnen Glockenton aus – ein im ganzen Büro deutlich vernehmbares "Ping!"
Die neue Mikrowelle pingt nicht, sondern piepst. Sie piepst gleich viermal und zwar schon unmittelbar bevor die Kochzeit abgelaufen ist. Sie hat außerdem mehrere Tasten, deren Funktion sich mir noch nicht völlig erschlossen hat. Immerhin sind sie teilweise mit appetitanregenden Symbolen gekennzeichnet. Leider produziert auch jeder Druck auf eine dieser Tasten den Piepton.
Wenn jetzt jemand die neue Mikrowelle benutzt, hört das gesamte Büro eine Kaskade von Piepsern. Statt also die Funktion der Tasten weiter zu ergründen, versuche ich zunächst einmal herauszufinden, ob man nicht das Piepsen abschalten, leiser stellen oder durch einen geeigneteren Ton ersetzen kann. Leider findet sich in der Gebrauchsanweisung hierzu nichts.
Um diesen Beitrag zu schreiben, recherchiere ich ein bisschen im Netz. Kaum ein Artikel zum Thema kommt ohne Referenz zu Star Trek aus. In dieser Fernsehserie aus den sechziger und siebziger Jahren piepsten viele der darin verwendeten Zukunftsgerätschaften. Angeblich soll das mindestens eine Generation von Designern dazu veranlasst haben, ihre Geräte ebenfalls piepsen zu lassen, um ihnen einen Hauch von Zukünftigkeit zu verleihen.
Wenn ich an die Digitaluhren zurückdenke, mit deren Piepsern wir einst unsere Lehrer an den Rand des Nervenzusammenbruchs brachten, glaube ich aber, dass die Marktmacht des Piepsens auch viel damit zu tun hat, dass die Piezoelemente, die diese Töne erzeugen, schon seit langem sehr klein, billig und haltbar herzustellen sind.
Verlinkt sei hier noch ein Artikel von 1999, in dem bereits das Ende der piepsenden Geräte heraufbeschworen wird. Leider etwas verfrüht, fürchte ich.
(Virtualista)

















