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Levantarse y ver todos los días esta estampa. Así se le alegran a uno los días. #BuenosDías #Piwis Y si, ya se que se ve mal, pero mi móvil y yo estamos en esa época del año en el que las fotos no salen bien. No hay más explicación válida.
Weinbautag: Felix Hößelbarth plädiert für mehr Solaris, Regent & Co
Mehr als 100 Winzer und Weinbauinteressierte sind am Sonnabend zum Weinbautag des Weinbauverbands Sachsen in den Weinkeller des Staatsweinguts Schloss Wackerbarth gekommen. Felix Hößelbarth, der Weinbauleiter des Radebeuler Weinguts Hoflößnitz, hielt dabei ein – man darf es wohl so nennen – flammendes Plädoyer für pilzwiderstandsfähige Sorten (Piwis).
Sächsische Winzer bieten ihren Kunden immer mehr Weine dieser neuer Rebsorten an. Mindestens zehn Weingüter in der Region bauten inzwischen 15 Piwis an, hat Hößelbarth recherchiert. Bereits auf 5,4 Prozent der Rebflächen im sächsischen Anbaugebiet stünden diese Neuzüchtungen, von denen einige noch im sogenannten Versuchsanbau seien. Zum Vergleich: 2006 lag deren Anteil in Sachsen noch bei nur knapp 3,4 Prozent. Bundesweit stehen Piwis statistischen Angaben zufolge aktuell auf etwa 2,4 Prozent der Rebflächen, erklärte Hößelbarth. Der Diplomingenieur für Weinbau und Oenologie erwartet eine weitere Verbreitung der neuen Sorten, da deren Anbau insbesondere die Kosten für Pflanzenschutz senke. Piwis sind insbesondere resistent gegen Falschen und Echten Mehltau und Fadenwürmer (Nematoden). Zudem seien die Sorten meist frosthärter als einige der etablierten Weine, bei denen die Winzer in strengen Wintern – zuletzt 2008/09 oder 2009/10 - immer wieder größere Ausfälle verzeichneten, mitunter ganze Flächen neu aufreben mussten.
Hößelbarth (Foto) ist überzeugt, aus Rebsorten wie Regent, Solaris, Johanniter, Helios oder Hibernal können Winzer inzwischen ebenso gute Weine ausbauen, wie aus den Trauben herkömmlicher Sorten - entsprechende Erfahrung freilich vorausgesetzt. Dass beispielsweise Solaris hierzulande noch immer als der Wein für Federweißer gelte, werde der Rebsorte nicht gerecht, meint Hößelbarth. Inzwischen hätten erste Weingüter bewiesen, dass Solaris auch für gute Weine tauge. Allerdings besteht bei der Vermarktung noch erheblicher Nachholbedarf, da auch vielen Weinliebhabern die neuen Sorten bisher noch kein Begriff seien. Vermutlich auch deshalb wird in Sachsen bisher weniger als ein Prozent der Piwis als sortenreiner Wein abgefüllt und verkauft. Nur knapp 19.700 Liter von insgesamt 15 Piwi-Weinen waren bei der Qualitätsweinprüfung 2012 in Sachsen angestellt worden. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf acht Regent-Weine, was ein Beweis dafür ist, dass sich der Regent inzwischen tatsächlich etabliert hat. Auf knapp 60 Prozent der Flächen des städtischen Öko-Weinguts Hoflößnitz in Radebeul stehen inzwischen Piwis. Auf Traminer, Riesling, Grau- oder Spätburgunder will Hößelbarth aber auch künftig nicht verzichten.
Von Vorteil bei der künftigen Vermarktung neuer Sorten könnte sich der Trend hin zu Bio-Wein oder zumindest zu nachhaltigem Anbau erweisen, da die Piwis mit relativ wenig Pflanzenschutz - zumeist mit Schwefel und Kupfer - auskämen. Der Anbau von Piwis sei deshalb auch ein Beitrag zum Umweltschutz, betont Hößelbarth. Zudem werde auch der Boden der Rebflächen geschont, da er seltener - bis zu zwei Drittel weniger Behandlungen - durch schwere Technik für den Pflanzenschutz beansprucht und damit weniger verdichtet werde. Der Hoflößnitz-Weinbauleiter wagte noch eine These: Piwis könnten sogar beim Erhalt der Kulturlandschaft helfen. Geringerer Arbeitsaufwand könnte mehr (Hobby-)Winzer zur Bewirtschaftung der Steillagen bewegen beziehungsweise verhindern, dass diese ihr aufwendig zu bewirtschafteten Lagen aufgeben.
Gleichwohl erwartet Hößelbarth nicht, dass die neuen Sorten die traditionellen Weine mittelfristig komplett verdrängen werden. Vielmehr sei auch ein Gegentrend wie im Apfelanbau denkbar, bei dem Freunde alter Sorten diesen zu einer Renaissance verhelfen könnten.
Vom Jahrgang 2012 ernteten die sächsischen Winzer nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie rund 20.610 Hektoliter. Das seien witterungsbedingt 15 Prozent weniger als 2011, erklärte Frieder Tränkner, Sachbearbeiter Weinbau im Landesamt. 2.541 Winzer bewirtschaften die 481 Hektar Ertragsfläche des gesamten Weinbaugebietes Sachsen (456 Hektar im Freistaat), davon aber lediglich 25 im Haupt- und 19 im Nebenerwerb. Bei den Weinen entfallen 81 Prozent auf weiße und 19 Prozent auf rote Rebsorten. Wichtigste Rebsorten sind Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder. Bei den in Sachsen weniger verbreiteten Rotweinen dominieren Blauer Spätburgunder, Dornfelder und inzwischen an dritter Stelle die Piwi-Sorte Regent.
Weitere Themen des Weinbautags waren klimatische Veränderungen und deren mögliche Auswirkungen auf den Weinbau sowie neue Herausforderungen für Winzer bei der Betreuung von Gästen, die inzwischen immer mehr Erlebnisprogramme auf den Weingütern und Weinbergen erwarteten. Die frühere sächsische und deutsche Weinkönigin Evelyn Schmidt plädierte dafür, dass die Winzer sich bei der Gästebetreuung Hilfe von professionellen Weingästeführern holen. Vorbildregion könnte Württemberg sein.
Eine regelrechte Liebeserklärung an den Goldriesling, der seit 100 Jahren nun schon ein Sachse ist, formulierte Günter Rühle (Foto) in seinem abschließenden Vortrag. Der historische Rückblick des in der Region verwurzelten Weinfachmanns und früheren Weinbauberater in der Winzergenossenschaft wurde mit einer Sechser-Weinprobe von Goldrieslingen aus verschiedenen Gütern der Jahrgänge 2011 und 2012 begleitet. Vorgestellt wurden die durchaus unterschiedlichen Tropfen von Weinkönigin Katja Riedel und den Weinprinzessinnen Tabea Hundt und Christin Lustik.
Text: Lars Müller - Fotos: Lars Müller (3), Robert Heret