E-Commerce verdängt Katalogversand & Postunternehmen
Das ungebrochene Wachstum im E Commerce bringt inzwischen die traditionelle Versandhändler Neckermann, Otto und Co. in Zugzwang. Während Zalando, Amazon und Co. sich erfolgreich in der Onlinewelt etablieren, geht die Strategie für Neckermann und Otto immer weniger auf. Neckermann sah sich Ende April in einer Art Not OP (http://ow.ly/1Lt9nM) gezwungen, sein Kataloggeschäft vollständig aufzugeben, das Sortiment neu auszurichten und sich als reiner Onlinehändler zu positionieren. Als Folge verlieren a. 1.400 Mitarbeiter ihren Job.
http://www.neckermann.info/media/PM_Reorganisation_27042011.pdf
Parallel spürt Otto den brutalen Wettbewerbsdruck und ist “das beste Beispiel dafür, wie weit man mit einer Multi-Channel-Strategie kommen kann, die in erster Linie auf Verteidigung (der bestehenden Kundenbasis) ausgerichtet ist statt auf die Eroberung neuer Marktsegmente.” (Zitat: excitingcommerce.de http://ow.ly/1Lt9Az) Als Reaktion auf die unterdurchschnittliche Geschäftsentwicklung werden die Versender Otto, Baur und Schwab zusammengelegt und zental von Hamburg aus gesteuert, vor kurzem noch ein undenkbarer Schritt in dem von eigenständigen Marken geprägtem Otto Konzernverbund.
Welche Auswirkungen ergeben sich für den Postmarkt? Mit dem weiteren Erfolg des E-Commerce wird sich die Menge adressierter Werbesendungen aus dem Versandhandel mehr und mehr reduzieren. Das hat für (Brief)Postunternehmen zur Folge, dass auch bei dem Hoffnungsträger "Werbepost" die Zustellmenge kontinuierlich sinkt. Eine Entwicklung, die im Bereich der Regelkommunikation schon voll im Gange ist. Die Deutsche Post mit einem Marktanteil von 90% auf der letzten Meile bekommt die Folgen dieser Entwicklung natürlich am meisten zu spüren.
Aber auch für die Wettbewerber ist diese Entwicklung ungünstig, da Werbesendungen in der Regel leichter zu akquirieren sind als Regelkommuniktion und dadurch der Akquiseaufwand zur Verteidigung und Erweiterung des Marktanteils steigt. Parallel entwickeln sich aufgrund fehlender zusätzlicher Sendungen die Stückkosten nicht wie notwendig nach unten.
Für Paket-Postunternehmen wiederum ist die Entwickling positiv, da mit steigendem E-Commerceanteil, mehr Pakete zu befördern sind. Folgerichtig ist hier die Strategie der PIN AG Berlin, die für ihre Region der Deutschen Post unlängst die Zustellung der Sendungen von Amazon weggeschnappt hat - http://ow.ly/1LtgUK. Dadurch erschliesst sie Marktpotential im Wachstumsegment kleinerer Warensendungen aus dem E-Commerce und macht sich fit für die Zukunft. Der Paketdienst Hermes wiederum hat vor einigen Monaten die Briefzustellung zugunsten der Konzentration auf die Zustellung von Warensendungen komplett eingestellt.