Die ersten paar Lebensmonate ab ca. 2019
Mit der physikalischen Kühlkokosnuß zur idealen Fläschchentemperatur
Das Baby löst wenig spektakuläre Technikanschaffungen aus. Das liegt aber mehr an unserer Selbstbeherrschung als an mangelndem Angebot. Theoretisch könnte man Babyfläschchenvollautomaten kaufen, die Milchpulver in der gewünschten Dosierung und Temperatur zubereiten. Die tatsächlich eingesetzte Babynahrungstechnik ist primitiver und viel günstiger. Der Fläschchen- und Gläschenwärmer erweist sich als bestenfalls mittelpraktisch: Ein sehr langsam elektrisch aufheizender und bei je nach Nahrungswunsch bei 30 bis 50 Grad abregelndes Warmwasserbad. Für Gläschen aufwärmen okay.
Die beste Technik ist reine Physik ganz ohne Strom: Um das Wasser für das Premilchpulver auf die richtige Temperatur zu bringen, wird kochendes Wasser in eine Flasche eingefüllt, auf die eine kokosnußförmige Vorrichtung geschraubt wird, die zuvor im Kühlschrank war. Das ganze wird umgedreht und aufs eigentliche Fläschchen gestellt, das kochende Wasser läuft in der Kokosnuß durch eine spiralförmige Leitung aus Metall, die von Wasser umgeben ist. Die Endtemperatur wird über den Kühlwasserfüllstand reguliert.
Nach einigen Monaten werden Eltern gelassener. Das Kind trinkt ohnehin kaltes Leitungswasser, da erscheint dann auch Abkochen für die Milch eher paranoid. Die Kühlkokosnuß wird eingemottet, und die noch trivialere Technik »Heißwasser aus dem Hahn« angewandt – praktischerweise paßt unsere Wassertemperatur zur idealen Fläschchentemperatur.
(Felix Neumann)













