2021 und 2022
Babys erste Apps
Zusammen mit meinem ersten Kind sind auch einige neue Apps in mein Leben getreten, die alle in irgendeiner Form als Unterstützung für Eltern dienen sollen.
Mit Bekanntwerden der Schwangerschaft 2021 beschließe ich, mir ein Fitnessarmband zu kaufen, über das ich vorher nur vage nachgedacht habe. Das Armband kann meinen Puls und meine Schlafzeiten messen und hilft mir, in Bewegung zu bleiben. Es kann außerdem Menstruationszyklen tracken oder, wenn man das möchte, eine Schwangerschaft. In der App zum Gerät werden dann Tipps für den aktuellen Schwangerschaftsabschnitt angezeigt. Einmal pro Woche werde ich informiert, wie groß das ungeborene Kind etwa ist, verglichen mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten.
Im Screenshot sieht man eine englischsprachige Meldung, die mich informiert, dass das ungeborene Kind etwa so groß ist wie eine Limette.
Um zusätzlich noch nützlichere Informationen zu erhalten, installiere ich mir außerdem eine App, die von meiner Krankenkasse speziell für Schwangere angeboten wird. Auch hier wird mir einmal pro Woche ein Update zur Größe des Kindes gegeben, der Text geht hier sogar etwas mehr ins Detail, sodass ich lernen kann, welche Organe zum Beispiel gerade wachsen oder womit das ungeborene Kind sich zur Zeit so beschäftigt, um sich nicht zu langweilen. Die App von der Krankenkasse enthält auch Tipps zu Ernährung, Bewegung, Organisation und Entspannung in der Zeit der Schwangerschaft.
Im Screenshot wird ein Update zum Status des ungeborenen Kindes in der 20. Schwangerschaftswoche gegeben. Es ist 300g schwer und 25cm groß. Text: “Die kleinen grauen Zellen im Gehirn deines Babys vermehren sich jetzt rasant - pro Minute bilden sich bis zu 250.000 neue Nervenzellen, auch “Neuronen” genannt, die zu ihren endgültigen Orten im Gehirn “wandern”. Im Laufe des weiteren Reifungsprozesses wird allerdings ein großer Teil dieser Neuronen wieder abgebaut. Auch die Sinne entwickeln sich kräftig weiter.”
Ende 2021 ist das Kind dann bei uns und wir, das heißt beide Eltern, installieren uns eine App namens "Baby Tracker - Breast Feeding". Der Zweck dieser App ist es, die wichtigsten Ereignisse, die mit den Grundbedürfnissen des Kindes zusammenhängen, zu protokollieren und gegebenenfalls auszuwerten. Es ist zum Beispiel hilfreich für uns, zu wissen, ob der letzte Windelwechsel eine oder vier Stunden her ist - so müssen wir uns die Uhrzeiten nicht selbst merken, und als unerfahrene Eltern richten wir uns am Anfang eher nach diesen zeitlichen Abständen, weil wir noch nicht gut einschätzen können, ob ein Windelwechsel nötig ist. Außerdem können wir anhand der bisherigen Schlafdauer an einem Tag gut einschätzen, ob der Nachtschlaf in greifbarer Nähe ist oder es noch etwas dauert. Medikamente, die einmal täglich gegeben werden, erscheinen auch in der App. Damit wir immer jeweils auf dem neuesten Stand sind, haben wir eine App gewählt, bei der sich mehrere Personen von mehreren Geräten aus miteinander verknüpfen können und die Daten jederzeit zwischen allen Geräten synchronisiert werden. Die Anzeige in der App, zum Beispiel die Auswahl und Anordnung der trackbaren Ereignisse (unterer Bildschirmrand, siehe Screenshot) kann auf jedem Gerät individuell angepasst werden. So kann zum Beispiel ein Elternteil, der stillt, das Symbol dafür an zentraler Stelle anzeigen, während ein Elternteil, der nicht stillt, andere Symbole häufiger braucht.
Im Screenshot werden die eingetragenen Ereignisse vom 10. Februar angezeigt. Jede Kategorie (Schlaf, Aufstehen, Windel wechseln, Gewicht, Medikamente, Füttern) hat ein eigenes Symbol. Am oberen Rand wird ein Überblick über die gesamte Stilldauer an diesem Tag, alle Windelwechsel des Tages und die gesamte Schlafdauer an diesem Tag angezeigt. Am unteren Rand steht eine Reihe von Symbolen, auf die man drücken kann, um ein neues Ereignis einzutragen.
In der App kann man sich eine kleine Auswertung der Ereignisse jeder Woche ansehen. So sieht man zum Beispiel, wie die Schlafphasen des Babys verteilt sind. Die Anzeige ist allerdings nicht optimal, weil beispielsweise sehr kurze Schlafphasen zu groß angezeigt werden, damit die Beschriftung in den Block passt. Außerdem sieht man immer nur eine Woche zur Zeit, und die Anzeige der Fütterereignisse ist sehr enttäuschend und wenig informativ. Man kann immer nur die Analyse einer Ereigniskategorie zur Zeit sehen.
Im Screenshot sieht man die Verteilung der protokollierten Schlaf- und Wachphasen aus einer Woche im November 2021. Schlafphasen zwischen 15 Minuten (Dienstag) und 46 Minuten (Freitag) werden gleich groß angezeigt. Die Fütterereignisse können nicht zusammen mit den Schlafphasen angezeigt werden.
Mit weißem Rauschen können unzufriedene Babys oft gut beruhigt werden. Zunächst spiele ich immer einen Track namens "White Noise 3 Hour Long" von Youtube Music auf meinem Handy ab. Später installiere ich mir eine App namens "White Noise Baby Sleep Sounds", weil sie unterschiedliche Rauschtracks enthält und außerdem eine einstellbare Timer-Funktion hat. Das Rauschen wird nach und nach leiser, bis der Timer abgelaufen ist.
Im Screenshot ist zu sehen, dass seit etwa 7 Minuten ein Rauschen vom Typ “Flugzeug” abgespielt wird. Nach 10 Minuten soll das Rauschen aufhören. Die Lautstärke ist auf die lauteste Stufe eingestellt, aber da das Fade-out schon begonnen hat, läuft das Geräusch inzwischen nur noch auf 47% der eingestellten Lautstärke. Die App bietet auch Geräusche von Autos, Zügen, Dunstabzugshauben, Katzenschnurren, Lagerfeuer, Wind, Wasserfälle und einige andere Szenarien.
Anfang 2022 beginnt unser Tagesablauf etwas regelmäßiger zu werden. In der Babytracker-App sind jetzt einige zuverlässige Schlafzeiten zu erkennen. Wir versuchen, noch mehr Regelmäßigkeit in unseren Alltag zu bringen, aber dafür reicht uns die Darstellung der Daten in der App nicht mehr aus. Ich exportiere die Daten aus der App als CSV-Dateien und schreibe ein eigenes Skript in Python, um die Daten nach meinen Vorstellungen mit matplotlib abzubilden. Jetzt kann ich genau sehen, wie Schlafphasen, Mahlzeiten und Windelwechsel über den Tag verteilt stattfinden und wie sie zusammenhängen, was mir dabei hilft, den Tagesablauf zu gestalten.
Im Screenshot ist der Graph über die Babytracker-Daten für zwei Wochen zu sehen. Nur Schlaf-, Fütter- und Windeleinträge sind abgebildet.
Zusätzlich installiere ich mir in dieser Zeit einige Apps, die nur indirekt mit dem Baby zusammenhängen: Eine App des Supermarktes, bei dem wir unsere Wocheneinkäufe bestellen; eine App eines Klamottenladens, bei dem wir Babybekleidung kaufen; und die Patreon-App, damit ich die Inhalte, die ich monatlich unterstütze, bequem auf dem Handy ansehen kann. Viele Dinge, die ich vor dem Kind mal eben schnell am Laptop gemacht habe, finden jetzt stattdessen am Handy statt, weil das immer griffbereit ist und wenig Platz wegnimmt. Damit ich es besser einhändig bedienen kann, aktiviere ich Ende 2021 die Gestensteuerung, um nicht mehr mit dem Daumen den Zurück-Button am unteren Bildschirmrand treffen zu müssen.
(Alina Smithee)














