Nasir M. ist 21, kommt aus Pakistan und steht vor Gericht. Er hat Asyl beantragt und muss nun seine Geschichte erzählen. In Pakistan hätte er nichts gehabt – kein Leben, keine Zukunft. Seine Mutter hat ihm gesagt, er soll gehen; am besten nach Deutschland, denn dort ist es am schönsten. Der Richter fragt, wie er nach Deutschland gekommen sei und Nasir M. kommt ins stocken. Er senkt den Blick und erzählt dem Richter, das wisse er nicht so genau. Er sei in Pakistan eingeschlafen und in Deutschland aufgewacht. Ein Recht auf Asyl hat er nicht, sein Antrag ist abgelehnt. Er muss zurück in das Asylbewerberheim im Chemnitzer Stadtteil Ebersdorf. Eigentlich würde man ihn jetzt abschieben, aber bei Nasir ist das nicht möglich: Pakistan nimmt einmal Geflohene nicht wieder auf.