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Promi-Geburtstag vom 6. August 2016: Peter Simonischek
Der Drei-Tage-Bart, die buschigen Augenbrauen und der einnehmende Blick sind die Markenzeichen von Peter Simonischek. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Österreicher alle wichtigen Rollen im deutschsprachigen Raum gespielt. Alleine 20 Jahre lang war er Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne.
Dabei blieb er stets seinem Motto treu: «Die besten Schauspieler haben keine Allüren.» Zu Premieren fährt der Alt-68-er gerne mit dem Fahrrad. Zu seinem 70. Geburtstag am 6. August ist er auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
Sein Jubiläum kann der vielbeschäftigte Tausendsassa in einer kurzen Spielpause von Shakespeares «Der Sturm» in Salzburg bei den Festspielen feiern. Furore machte er zuletzt mit einem Kinofilm: «Toni Erdmann» ist eine Tragikomödie der deutschen Regisseurin Maren Ade über eine Entfremdung zwischen Vater und Tochter. Der Film erntete euphorische Kritiken – nicht zuletzt wegen Simonischeks Schauspielkunst. Mit Spaß-Gebiss, zauseliger Perücke und unpassenden Scherzen versucht er, seiner Tochter wieder näher zu kommen.
«Als Schauspieler bin ich es gewöhnt, mich täglich zum Affen zu machen», sagte Simonischek über die Rolle. So legte er die schiefen Zähne auch bei den Premieren-Feiern, ob bei den eleganten Filmfestspielen in Cannes oder in Wien, nicht ab. Seinen drei Kindern war sein exaltiertes Verhalten lange Zeit peinlich, sagte der gebürtige Grazer. Wichtig sei ihm aber stets gewesen, dass sie selbst Spaß verstehen: «Weil man ohne Humor heute ja gar nicht überleben kann», sagte er zur Tageszeitung «Die Presse».
Aufmerksamkeit und Anerkennung durch ein breites Publikum errang Simonischek mit dem «Jedermann» bei den Salzburger Festspielen. Acht Sommer lang, von 2002 bis 2009, spielte er die Paraderolle mit wechselnden Buhlschaften 108 Mal vor Publikum – so oft wie niemand zuvor.
Dabei hätte Simonischek, wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, gar kein Schauspieler werden soll. Er hätte wie sein Vater als Zahnarzt arbeiten sollen. Er begann ein Architektur-Studium sowie eine Zahntechniker-Ausbildung. Doch seine wahre Leidenschaft ließ sich nicht lange unterdrücken: An der Akademie für Musik und darstellende Künste in Graz nahm alles seinen Lauf.
Nach ersten Auftritten am Grazer Schauspielhaus ging er über St. Gallen, Bern, Darmstadt und Düsseldorf nach Berlin. Ab 1979 war Simonischek schließlich bei der Berliner Schaubühne. Dort wurde er zum Star der Branche, arbeitete mit Größen wie Peter Stein, Luc Bondy oder Andrea Breth. Seine Antrittsrolle am ehrwürdigen Wiener Burgtheater 1999 war gleichzeitig eine Rückkehr in die Heimat.
Während der Theatersaison stand der umtriebige Mime stets auf der Bühne, in den kurzen Pausen dazwischen vor der Kamera. Angst, dass sein Alter dieses Pensum nicht mehr lange zulässt, hat er nicht: «Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich einmal keine Kraft mehr zum Spielen habe», sagte er dem Nachrichtenmagazin «News».
Während seine berufliche Karriere wie im Bilderbuch verlief, gab es privat durchaus turbulentere Zeiten: «Ich hatte ein ausgeprägtes Künstler-Ego, dem alles andere untergeordnet war. Vor allem die Frauen – davon gab es viele, und ich war weder zimperlich noch ehrlich mit ihnen», sagte er vor einigen Jahren einmal der «Bild». Seine erste Ehe mit der Schauspiel-Kollegin Charlotte Schwab, Mutter seines ersten Sohnes, soll an seiner Untreue zerbrochen sein.
Er sei in einem patriarchalischem System aufgewachsen: «Mein Vater war die Instanz und die Mutter der dienende Teil. So bin ich auf die Frauenwelt losgelassen worden und habe peu à peu Lehrgeld gezahlt», sagte er dem Magazin «Woman». Das zweite Ja-Wort gab er 1989 Brigitte Karner. Gemeinsam mit der Schauspielerin hat er zwei Söhne und tritt regelmäßig auf der Bühne und bei Society-Veranstaltungen auf.
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Promi-Geburtstag vom 6. April 2016: Hans W. Geißendörfer
Wie er da sitzt auf dem Sofa hinter den Kulissen der « Lindenstraße», wirkt er so entspannt, als habe er alle Zeit der Welt: Filzpantoffeln, blaues Schaltuch und natürlich die obligatorische schwarze Strickmütze.
Doch wenn Hans W. Geißendörfer erzählt, wird schnell klar: Er ist rastlos und voller Tatendrang. Das Nichtstun liegt ihm nicht. Dass er am Mittwoch 75 Jahre alt wird, bedeutet für den Regisseur vor allem eins: «Die Zeit wird kürzer, um all die Dinge zu tun, die ich noch tun will.»
Erst kürzlich war er in Barcelona, wo die jüngste seiner drei Töchter an einem Marathon teilgenommen hat. Zusammen mit seiner Frau will er bald zum dritten Mal in den Oman reisen – «die Wüste fasziniert uns». Er pendelt zwischen seinen drei Wohnsitzen in Griechenland, Köln und England, wo das Ehepaar sich einen alten Pub am Kanal zum Wohnhaus umgebaut hat. Darum hat sich hauptsächlich seine Frau gekümmert, mit der er seit 1978 verheiratet ist. Und wo fühlt der Weltenbummler sich Zuhause? Geißendörfer zuckt die Schultern: «Zuhause ist für mich überall, wo die Familie ist oder die Arbeit.»
Seine Arbeit, das Filmemachen, ist zugleich seine größte Leidenschaft und lässt ihn somit auch mit 75 nicht los. Der gebürtige Augsburger plant gerade einen neuen Fernsehfilm, ein Kinofilm ist in Vorbereitung und er kann sich auch vorstellen, einen zweiten «Tatort» zu machen.
Und dann natürlich seine «Lindenstraße». Auch nach mehr als 30 Jahren ist die ARD-Serie seiner Ansicht nach nicht auserzählt. «Früher hatte ich mal eine Zeit, da dachte ich, es gibt keine Themen mehr, es ist alles schon einmal vorgekommen. Aber dann habe ich kapiert, dass die Wiederholung der Alltag ist, den die ‚Lindenstraße‘ ja zeigen will. Deshalb kann man immer wieder Geschichten erzählen, die an der Oberfläche neu sind, aber dasselbe Grundthema haben.» Denn es gebe unzählige Varianten derselben Themen, sei es Liebe, Krankheit oder Tod.
Tabubrüche wie der erste Schwulen-Kuss, mit dem die «Lindenstraße» einst für Aufruhr gesorgt hatte, seien angesichts der vielen Reality-Formate heute zwar kaum noch möglich. Geblieben ist aber die Mission, aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse zu thematisieren und dadurch vielleicht auch zu provozieren. «Wir haben zurzeit eine politische Landschaft, in der die ‚Lindenstraße‘ als Unterhaltungssendung gefragt ist, kritisch Stellung zu beziehen», betont Geißendörfer. «Wenn es also zum Beispiel auf Dauer eine starke rechtslastige Gegenbewegung im Parteiengefüge gibt, werden wir daraus einen Handlungsstrang machen und zeigen, wo das hinführen kann.»
Was die Inhalte in der «Lindenstraße» anbelangt, ist Geißendörfers Meinung weiterhin tonangebend – auch, wenn seine Tochter Hana Anfang vergangenen Jahres als Produzentin miteingestiegen ist und der Meister selbst nur noch selten bei den Dreharbeiten auftaucht. «Aber letzten Endes trägt die Serie nach wie vor seine Handschrift», sagt Joachim Hermann Luger, der den «Hans Beimer» spielt. «Er ist die graue Eminenz im Hintergrund.»
WDR-Intendant Tom Buhrow schätzt Geißendörfer als einen Mann «mit Kante, streitlustig, visionär, leidenschaftlich». Mit der «Lindenstraße» habe er längst Fernsehgeschichte geschrieben. Ob die Kultserie über 2016 hinaus verlängert wird, ist nach Angaben einer WDR-Sprecherin allerdings noch nicht entschieden.
Der Fernsehmensch Geißendörfer sieht selbst kaum fern, allenfalls Nachrichten oder Fußball. «Es ist ganz selten, dass ich mal irgendwo hängenbleibe», sagt er. «Vielleicht ist instinktiv eine Abwehr da, dass man sich nicht beeinflussen lassen will, wenn man selber Fernsehen macht.»
Stattdessen denkt er sich auch privat lieber selbst Geschichten aus, zum Beispiel für seinen Enkel. «Kinder ins Bett bringen und ihnen frei erfundene Geschichten erzählen, das ist toll. Die sind natürlich alle mit Cliffhanger und Fortsetzung – wie bei der ‚Lindenstraße‘.»
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