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MONUMENTALE GRABSTÄTTEN (262)
VON FELIX SCHLEBUSCH
Ich habe bislang nicht gewusst, dass es auf der 159 Meter hohen Halde ein Amphitheater mit 800 Plätzen gibt. Der Weg rauf ist schweißtreibend und will kein Ende nehmen. Der Ausblick ist fantastisch.
Zwischen Lippe und Ruhr gibt es circa 150 solcher Anhäufungen Tauben Gesteins, die inzwischen einen grünen Lebensraum für Turmfalken und Wildkaninchen, surreale Aussichtsplattformen und anspruchsvolle Aufstiege für ambitionierte Sportler bieten. Sie bilden die Relikte des fast 1000 Jahre währenden Steinkohlenzeitalters, das offiziell 1296 beim Dortmunder Haus Schüren begann, im 19ten und 20ten Jahrhundert zwischen Duisburg und Hamm seine Blütezeit erlebte und 1956 darin gipfelte, dass 484.986 Kumpels im Ruhrbergbau 125.000.000 Tonnen Steinkohle förderten.
Wenn ein Teil der 4100 Kumpels des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop, am Fuße des Amphitheaters, im Dezember 2018 zum letzten Mal einfahren und malochen, ist das auch der Anfang vom Ende der letzten Schicht im deutschen Steinkohlenbergbau.