Geschichte hinter Gittern.
Rom ist Schönheit und Hässlichkeit, beide gesteigert bis zum Extrem, ohne die Milderung des Mittelmäßigen miteinander verwoben. Einer der hässlichsten Orte in einer an derartigen Aberrationen nicht gerade armen Stadt befindet sich im Norden des endlos verstopften G.R.A. Die Ausfahrt zur Centrale di Latte (der Milchzentrale...) führt auch zum zentralen Hochsicherheitsgefängnis Roms.
Der Gefängnis- und Gerichtskomplex Rebbibia ist ein Ort, an dem im wahrsten Sinne des Wortes nicht einmal mehr Gras wächst. Der Beton zerbröckelt, aber darunter kommt kein Grün zum Vorschein, nur neues Grau.
Errichtet für die großen Hochsicherheitsprozesse, um die Blutbäder von rechts und links im Italien der 1980er Jahre aufzuklären, verwaltet der Bau heute vor allem seine eigene Vergangenheit. In kleinen Stahlkammern liegen übereinander getürmt die Akten aus der Hölle. Zettel an den grünen Türen benennen die jeweiligen Kreise der Hölle: Moro, Gelli, P2, JPII. Nichts ist wirklich gelöst. All die Verbrechen werden zu Beton und Papier, und irgendwann zu Staub.