Die Nebel von Avalon 33: Gute Zauber, schlechte Zauber
Nu ist Morgaine, ihres Zeichens kompetente Heilerin, weg und das allererste, was Artus macht, ist, in der Schlacht verwundet zu werden. Mei, toll. Und nicht mal ganz zurückgeschlagen wurden die Sachsen.
Hat er Morgaines Zauberscheide nicht dabeigehabt oder was? ¬‿¬
Er humpelt, von Lance und Gwen gestützt, über den Hof und macht Witze übers Älterwerden. Das trifft übrigens auch Taliesin, den Merlin, der mittlerweile recht gebrechlich ist. Er will aber Artus nicht ganz den christlichen Ratgebern überlassen, was wiederum Gwenny ärgert, da sie sich vor all things Avalon fürchtet.
Artus isst Suppe und erklärt Gwen, dass er sich nicht anmaßen werde, zu glauben, er sei für „Gottes Plan“ unersetzlich. Kluger Junge.
Cai begutachtet missbilligend die immer noch nicht verheilte Wunde und schickt Frauen zu Artus, die sich darum kümmern sollen. Es scheint sich um einen Schnitt am Oberschenkel zu handeln. Ein Stück höher und die Kinderlosigkeit wäre primär Artus‘ Schuld gewesen. (Und nicht die von Gwynni, Herrschaftszeiten:
War dies die Strafe Gottes, dass sie sich nicht von früh bis spät darum bemühte, aus ihrem Gemahl einen besseren Christenmenschen zu machen?
NEIN! Heilanzack! Ihr seid halt genetisch inkompatibel. Oder so. Lass dir das von Claire Beauchamp Fraser erklären.)
Gwenny denkt darüber nach, dass ein Fruchtbarkeitszauber ganz praktisch wäre. Als würde Gott sowas besser finden als christlich-verheirateten Sex, oder was? Samma, Avalon böse, es sei denn, es ist grade ganz praktisch? Hm?
Sie schlägt nämlich auch vor, Morgaine zu holen, damit die sich um Artus‘ Wunde kümmert! UND denkt bei sich, dass, wenn Artus sterben würde, es doch ganz praktisch…, ne…, wenn Lancelot, also…
In alter Zeit war der König nichts anderes als der Gemahl der Königin…
Ja, nu bist du aber nicht Liz II, sondern eine christlich-verbohrte Nichtwitwe, die generell von den “alten Zeiten” nicht so viel hält.
Gwenny denkt eine weitere Seite über ihre Unfruchtbarkeit nach. Dann geht’s wieder um Christen und Avalonier und Schennifer ist auf einmal wieder gar moralisch entrüstet, dass die bösen Heiden immer noch ihre Religion im stillen Kämmerchen ausüben dürfen. Auch die Schwertscheide, die Artus zwar nicht vor der Wunde, aber vor dem Verbluten gerettet hat (…läuft die Garantie langsam ab?) missbilligt sie. Aber zu einem Fruchtbarkeitszauber würde sie nicht nein sagen, ne.
Puh. Aaaaaanstrengend, die Frau.
Lance bringt Artus und Gwen ins Bett und gibt Letzterer ein Küsschen auf die Wange, bevor er geht.
Artus meint dann, auch noch über das Fruchtbarkeitsthema sprechen zu müssen. Er hätte ja schon mit anderen Frauen, ne, und von denen sei auch keine schwanger geworden, also, vielleicht läge es ja auch an ihm. Aber, sag mer mal, wenn Gwenny ein Kind bekäme, würde er das als seines anerkennen. Und wenn der Vater dann zufällig ihrer beider bester Freund und halber Verwandter und treuester Ritter sei, …ne, Gwenhwyfar, …wäre jetzt auch kein Beinbruch. ¬‿¬
Dann pennt Artus ein und lässt Gwenny mit ihren Seelenqualen bezüglich Ehebruchs, Unfruchtbarkeit, Sünde, Schande, Scham, Morgaine, Lancelot, Morgause usw. usf. allein.
Nein, lacht bitte nicht, das macht die Gute echt fertig:
Plötzlich und zum ersten Mal in ihrem Leben, beneidete sie Artus und Lancelot. Sie waren Männer. Sie lebten ein erfülltes Leben; sie mussten in die Welt hinausziehen, den Tod oder Schlimmeres im Kampf auf sich nehmen. Aber für sie [Artus und Lancelot] gab es nicht diese anstrengenden Entscheidungen. Was sie auch tat, wann immer sie eine Entscheidung fällte, und sei sie noch so unbedeutend, etwa, ob es zum Abendessen Lamm oder getrocknetes Rindfleisch geben sollte, immer lag diese Last auf ihrer Seele.
Ja, das Menü-Dilemma! Es ist eines dieser urweiblichen Probleme, neben der Periode, dem Kinderkriegen und den Quotenplätzen in DAX-Vorständen. Salat oder Suppe? Cupcakes oder Petits fours? Lamm oder Rind (trocken)? Eine Entscheidung, von der das Wohl und Wehe der Welt abhängen. Das kennen wir ja schon von Emilie. 😏