Der alte Ladekran der Basalt Actien Gesellschaft in Linz am Rhein
Eine kleine Wanderung von Linz am Rhein nach Oberwinter – eigentlich hatte ich vorgehabt bis Bonn zu kommen, oder zumindest bis Königswinter, aber das war auf Grund der Hitze (40° – selbst die Kamera hatte sich zwischenzeitlich abgeschaltet) leider nicht machbar. Muss gestehen, ich hatte zu wenig Wasser dabei und war am Ende etwas überhitzt. Egal – es war eine schöne Tour entlang des Rheines. Der Rest wird irgendwann einfach nachgeschoben. Angereist bin ich mit der Bahn, was abenteuerlich genug ist. Ich wollte ursprünglich nur bis Erpel fahren, und habe mich zu diesem Zweck auf die Infos der Bahn verlassen. Natürlich hielt der Zug erst in Linz, also eine Station übersprungen, aber was solls? Sind ja nur 3,5 Kilometer, also knapp 30 Minuten Fußmarsch…
Allerdings lehrt mich dieses Erlebnis einmal mehr dass auf die Bahn absolut kein Verlass ist. Was bedauerlich ist wenn man die Preispolitik dieses Ladens bedenkt. Als ich abends von Oberwinter zurückfahren wollte fiel natürlich auch wieder ein Zug aus. Dummerweise gibt es an dem Bahnhog wenig Schatten, und wenn man schon überhitzt ist, und Kreislaufprobleme hat, ist das ganz übel. Insofern wundert es mich schon dass der Streik der GDL überhaupt aufgefallen ist, die fahren ja so oder so nicht. Aber genug davon – zur Tour: :)
Starten musste ich in Linz (Siehe hier: Besuch der Stadt Linz) und lief an den Gleisen entlang nach Erpel. Dort findet sich das Erpeler Ley – eine Steilwand die wirklich interessante Felsstrukturen aufweist, welche auf natürlichem Wege entstanden sein sollen. Dennoch: Im Fels zu finden ist ein Stollen – man sieht es von der Remagener Brücke aus wunderbar. Hierbei handelt sich um einen kurzen Stollen, dessen Mundloch früher wohl dazu genutzt wurde Basaltgestein über eine Seilbahn Richtung Rhein zu transportieren.
Kai Sackmann hat diesen Stollen vor Kurzem noch erkundet – wer daran interessiert ist, findet hier nähere Informationen: Sacki-Survival – Das Geheimnis der Erpeler Ley (Teil 1 von 4)
“Fährmann, setz über!” – Die NIxe, in der Region typisches Fährschiff. Die Überfahrt für erwachsene Fußgänger kostet 90 Cent…
Von Erpel aus bin ich mit der Nixe, einer kleinen Rheinfähre, übergesetzt nach Remagen. Dort gibt es einige interessante Punkte, welche ich aber auf Grund der relativ hohen Temperaturen dann doch ausgelassen habe. Wollte – wie eingangs erwähnt – mich dann auf die Strecke konzentrieren. Remagen selbst ist eine typische alte Rheinstadt. Einerseits der starke Bezug zum Rhein, und damit zur Binnenschifffahrt, andererseits natürlich die Gebirgszüge, welche Land und Leute prägen. Es gibt zwei sehr nette alte Kirchen dort – zum einen die St. Peter & Paul, welche auf den Mauern eines römischen Kastells fußt, und von dem noch einige sehr interessante Steinmetzarbeiten zu erkennen sind, zum anderen die Apollinariskirche, unter welcher sich ebenfalls römische Gräber befinden. Ich denke alleine diese beiden Kirchen rechtfertigen eine weitere Tour dorthin, und einen entsprechenden Bericht werde ich da noch nachreichen…
Steinmetzarbeiten aus der Römerzeit an einem Tor von St. Peter & Paul in Remagen
Daneben bietet Remagen eine ganze Reihe historischer Gebäude, welche das Stadtbild prägen, und welche dem Auge und dem Sinn fürs Feine schmeicheln.
Kurz hinter Remagen beginnt das “Skulpturenufer Remagen” – ich fand diese Strecke extrem interessant, allerdings habe ich Eines dort vermisst: Eben die Skulpturen! Davon war keine zu sehen, oder ich muss Tomaten auf den Augen gehabt haben. Statt Skulpturen sah ich dafür jedoch die Züge des Siebengebirges und konnte, dank des klaren Wetters, auch bereits die Drachenburg sowie die Löwenburg in der Ferne ausmachen.
Etwa auf Höhe der Stadt Unkel, auf der anderen Rheinseite gelegen, erwischte mich dann doch ein leichter Hitzschlag, und ich sah mich gezwungen meine Pläne bis nach Bonn zu laufen, zu revidieren. Nicht einmal bis Königswinter bin ich gekommen! Asche auf mein Haupt, aber ich werde eben auch älter.
Ende meiner Tour dank Hitzschlag – tja, auch mir kann sowas passieren…
Die nächste Station war die, dem Kreis Ahrweiler angehörende Stadt Oberwinter. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Insel Nonnenwerth, dem Rolandsbogen sowie der Rolandsburg – aber auch dazu fehlte mir dann leider der Elan. Die Stadt Oberwinter ist ebenfalls ein typisches Städtchen am Mittelrhein. Viele alte Gebäude, sehr gepflegt und einfach nur sehenswert. Sie verfügt über einen kleinen Yachthafen, sowie über nette kleine Restaurationen im historischen Stadtkern. Besonders viel Abenteuer oder Action sucht man hier vergebens, aber darauf kommt es mir bei meinen Wanderungen auch nicht wirklich an.
In Oberwinter brach ich die Wanderung ab, und machte mich langsam wieder auf den Weg nach Köln – mit der Bahn, welche einen Hauch Exotik ins triste Leben bringt. Da mein Zug ausfiel, und ich noch an das Erlebnis vom Vormittag dachte, kam mir der Gedanke auf einem Bahnhof irgendwo in Bangladesh zu stehen. Gewiss ist, die Bahn kommt … die Frage ist eben immer nur wann?
Wanderung von Linz am Rhein nach Oberwinter Eine kleine Wanderung von Linz am Rhein nach Oberwinter - eigentlich hatte ich vorgehabt bis Bonn zu kommen, oder zumindest bis Königswinter, aber das war auf Grund der Hitze (