Meine Organisation Sambhali Trust feiert in diesem Jahr ihr 10jähriges Bestehen. Nach einer Festwoche in Jodhpur, wurde am Sonntag dann auch in Setrawa gefeiert. Mit den Kindern und Frauen aus dem Center haben wir ein super Programm zusammengestellt und eingeübt. Sowohl die Frauen, als auch die Kinder haben jeweils zwei Tänze eingeübt. Bei den Frauen aus der Sewing-Class haben auch Aurelia und ich mitgetanzt. Neben den Tänzen hat Aurelia noch mit ein paar Kindern eine Akrobatik-Nummer eingeübt und ich habe mit meiner Klasse „We are the world“ gesungen. Am Sonntag selbst haben dann noch die Freiwilligen aus Jodhpur einen Tanz aufgeführt. Für die Tänze der Kinder, Aurelias Tanz und die Akrobatik-Nummer wurden extra für den Tag Kostüme genäht. Ich und auch Aurelia tanzten in traditioneller Kleidung aus Rajasthan. Das Tanzen mit dem Mawari-Dress gestaltete sich für mich teilweise schwierig, da der Rock zu lang war, beziehungsweise beim Tanzen runtergerutscht ist. Beim Vorwärts gehen konnte ich den Rock noch anheben, aber bei seitwärts- oder Rückwärtsbewegungen musste ich total aufpassen, nicht über meinen Rock zu fallen. Leider hat man meinen Tanz auf Grund der Zeit gekürzt. Auch konnten unsere Gastschwestern (auch Lehrerinnen im Center) nicht ihre vorbereiteten Reden halten.
Nach dem Programm ging es zu Pooja (Aurelias Gastfamilie) zum Essen. Die Local Staffs und die Freiwilligen aus Jodhpur, sowie einige Gäste aus Europa waren dazu eingeladen. Um das Essen für so viele Personen zuzubereiten, war extra Poojas Mutter aus Jodhpur gekommen. Poojas Mutter arbeitet dort normalerweise als Köchin. Beim Essen zubereiten und servieren haben dann viele mitgeholfen, auch einige, die eigentlich gar nichts mit Sambhali zu tun haben. Natürlich haben auch ich und Aurelia geholfen. Das Essen war super lecker. Ich finde es eine große Leistung von Pooja und ihrer Familie, dass die das Essen so super organisiert bekommen haben. Besonders, da Pooja erst einen Tag vorher erfahren hat, dass sie für so viele Gäste kochen muss. Insgesamt werden es so um die 50 Gäste gewesen sein.
Anschließend haben wir noch das Center besichtigt. Der Weg zum Center führte erst einmal zu Verwirrungen. Im Sommer war das Center in Setrawa in ein neues Gebäude gezogen. Dies hatten einige von den Gästen noch nicht mitbekommen und gingen zielstrebig in die Richtung des alten Centers. Das neue Center liegt aber in entgegengesetzte Richtung. Nachdem dann alle den richtigen Weg gefunden haben und alle im Center angekommen sind, wurden wir von vielen für die Gestaltung des Centers gelobt. Die Tage vorher, haben wir mit Hilfe von den Kindern die Wände gestrichen und dekoriert. Zum Beispiel haben wir auch eine Informationstafel gebastelt. Um die an der Wand anzubringen, habe ich Nägel in die Wand geschlagen. Den Hammer habe ich mir bei meiner Gastfamilie ausgeborgt. Dabei fand ich sehr interessant, dass ich als Mädchen nicht einfach mit einem Hammer durch das Dorf laufen darf. Ich musste den Hammer so in meine Tasche packen, dass keiner ihn sehen konnte. Von Aurelia bin ich auch zum perfekten Umzugshelfer ernannt worden. Sie ist der Meinung ich sei ein Allrounder: Ich könne streichen, nageln und nähen. Denn um ein leeres Regal abzudecken, wollten wir einen Wandteppich aufhängen. Es gab nur zwei Probleme. Erstens, wie befestigt man den Wandteppich an der Wand und zweitens war der Teppich zu lang. Nägel waren schon in der Wand, wir mussten uns nur noch was einfallen lassen, wie wir den daran befestigen wollen. Wir durften keine Löcher in den Teppich machen. Da wir noch ein Stück Rohr übrig hatten, habe ich kurzer Hand einen Tunnel an den Teppich genäht. Dadurch wurde der Teppich auch noch kürzer. Somit hatten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Am Abend gab es dann noch einen weiteren Programmpunkt, wobei viele aus Jodhpur nicht mehr dabei waren. Sie waren schon am Nachmittag nach dem Centerbesuch heimgefahren. Es fand eine Art Musik und Schauspiel statt. Dabei wurden Frauenrollen von Männern gespielt. Das Ganze war eine ähnlich eines Gottesdienstes zu betrachten. Mit dem Schauspiel und der Musik möchte man um das Wohlwollen und den Segen der Götter erbitten.