Manchmal zählt man die Tage. Man freut sich wochenlang auf diesen einen Menschen, den man schon so lange kennt. Man spinnt Pläne im Kopf – endlose Gespräche, vertraute Momente, einfach nur die Zeit zusammen genießen. Man denkt, da ist eine sichere Basis. Ein Ort, an dem man einfach sein kann.
Und dann bricht alles in einer einzigen Sekunde zusammen.
Du merkst, dass die Vorfreude einseitig war. Du begreifst, dass das Treffen kein Wiedersehen unter Freunden ist, sondern ein kalkulierter Termin. Da sind Erwartungen, die du nie erfüllen wolltest. Ein falscher Grund, versteckt hinter einem vertrauten Lächeln.
Und plötzlich stehst du wieder da. Reduziert auf eine Hülle. Reduziert auf dein Äußeres.
Ausgerechnet von einem Menschen, der dich eigentlich kennen sollte. Der dein Herz kennen sollte, nicht nur deine Fassade. Es tut so unendlich weh zu realisieren, dass selbst jahrelange Vertrautheit nicht vor dieser einen, verletzenden Wahrheit schützt: Für manche wirst du nie mehr sein als ein Objekt ihrer eigenen Wünsche.
Und während sie noch reden und ihre Absichten hinter netten Worten verstecken, hörst du es in dir drinnen schon. Das dumpfe, schwere Geräusch, wenn die nächste Mauer hochfährt. Ein Stein nach dem anderen. Stein für Stein, um das zu schützen, was noch übrig ist.
Ich trete den Rückzug an. Emotional meilenweit weg, während ich körperlich noch im selben Raum sitze. Du dachtest, du kriegst mein Äußeres, aber ab heute bekommst du von meinem Inneren gar nichts mehr.





