Du bist ein Glücksfall, wie der 6er auf dem Losschein
Planet - Lkc & Camey

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Du bist ein Glücksfall, wie der 6er auf dem Losschein
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Auf die Linke Tour
Kuriose Gewinnquoten brachte die Ziehung der Lottozahlen am vergangenen Samstag hervor: Gleich 14 Tipper aus zehn Bundesländern hatten die sechs Richtigen auf ihrem Tippschein, was zu einer – im Vergleich zu sonstigen Ziehungen – relativ niedrigen Quote von 109.123 Euro führte. Wie Clemens Buch vom Deutschen Lotto- und Totoblock mitteilte, hatte immerhin ein weiterer Glückspilz …
#sechser #mosaik #madewithpaper #paper53 (hier: Hanover, Germany)
roe deer buck by Siegma http://ift.tt/2blxzrJ
"Ich hab dann zu Michael Frontzeck, der damals Trainer bei den Profis war, gesagt: „Wir wissen doch beide, dass ich niemals links außen spielen werde.“ [..] „Wie, Innenverteidiger?“, fragte ich. „Hast du doch schon mal gespielt, oder?“ „Ja, vor 5 Jahren zuletzt.“ „Na siehst’e“, antwortete er ganz trocken, „kein Problem“. [..] Unter Roberto Di Matteo habe ich dann wieder erst auf der 6 gespielt, dann mit dem Wechsel zur 5er Kette wieder hinten. Dann wieder vor der 5er Kette auf die 6. Aber da hatte ein 6er natürlich ganz andere Aufgaben als sonst. Es ging halt eher ums zerstören und hatte nichts mehr mit dem Spielaufbau zu tun. [..] Mich juckt‘s schon mehr auf die 6, weil man da mehr Aktionen hat, man ist mehr im Spiel drin, stärker beteiligt. Als Innenverteidiger leitet man zwar meist die Angriffe ein, aber du bist natürlich nicht so mitten im Geschehen, wie das beim 6er der Fall ist. Auf der 6 hast du auch viel mehr Einfluss und Möglichkeiten. Als Innenverteidiger kannst du nicht mal eben in die Mitte laufen. Du kannst zwar versuchen die Leute zu dirigieren, aber so viel Zeit hat man ja meistens nicht. Ich muss halt immer den Stürmer zu stellen. Auch Verlagerungen kann man von da aus kaum spielen. Wenn der Außenverteidiger dich hinten anspielt, bis du den Diagonalball gespielt hast, ist der freie Raum wieder zu. [..] Wenn ich zum Beispiel mit Kevin (Prince Boateng) gespielt habe, wusste ich, dass ich gar nicht nach vorne darf, weil sonst alles auf ist. Bei Jermaine (Jones) musste ich auch immer gucken, dass ich die Räume zu mache [..] Durch das abkippen versucht man ja überzahl zu schaffen. Mit dieser 3er Kette können dann die ersten beiden gegnerischen Spieler überspielt werden. Meiner Meinung nach hat man dann aber einen Spieler zu wenig im Mittelfeld. Der abkippende 6er kann einfach die ganze Breite nicht belaufen oder zustellen. Wenn du dann den Ball verlierst ist das Risiko sehr viel höher, dass du Dir einen Konter fängst, wo der Gegner gut zum Abschluss kommt, weil du einfach in den Mannschaftsteilen viel zu weit auseinander bist… [..] Daher finde ich, dass der 6er gar nicht so viel abkippen, sondern sich immer auf der Höhe der Stürmer positionieren sollte. Wenn der Pass dann da kommt, dann können die Innenverteidiger sich strecken und dann sind die Stürmer auch überspielt. Außerdem bist du in der Mitte und der andere 6er kann sich dann mit dem 10er da auch zeigen und dann hast du alle Räume besetzt. Das hat mir Favre auch beigebracht: Als 6er immer die Ballinie zu halten, also auf Höhe des Balls zu bleiben. „Warum willst du weiter vorne sein?“, meinte er „wenn wir den Ball verlieren bist du raus. Bleib da. Erstens kannst du hier immer helfen und zweitens, wenn der Gegner einen Fehlpass spielt, bist du da zum Attackieren oder direkt zustellen.“ Er wollte auch nie, dass die 6er viele Läufe in die Tiefe machen. Er hat gesagt: „Ich brauch euch da hinten. Wir haben die Stürmer, wir haben die Außen… 4 Stück vorne, das muss reichen. [..] Das finde ich auch ein interessantes Thema, diese Vorgaben vor dem Spiel. Ich finde halt im Spiel ist es immer anders als man vorher sagt. Bei einer Videoanalyse hatten wir letztens Aaron Hunt. Der macht alles mit Links, hieß es. Immer. Plötzlich im Video schießt der ein Tor mit rechts. Macht natürlich 99% mit links, aber im Spiel weißt du eben nie wie es dann kommt. [..] Oft ist es halt so, dass es von den Spielern, die als erstes attackieren müssen, kein richtiges Signal gibt wann alle draufgehen sollen. Das macht es natürlich für alle anderen schwer. Wenn der Gegner nämlich keinen richtigen Druck hat, kann er den Ball hin spielen, wo er will. Und bei uns weiß keiner so recht, rückt der andere jetzt raus oder nicht, kann ich drauf schieben oder macht der andere das schon und ich bleibe besser hier… Wenn einer den Anfang macht, mit seiner vollen Körpersprache, dann wissen alle was zu tun ist und dann weiß auch jeder, dass vielleicht nicht der erste, aber dann der zweite oder dritte und spätestens der vierte dann den Ball hat. Wir trainieren das ja auch so. Wir zeigen viel auf Taktiktafeln wann wer wie wo drauf gehen muss und im Training üben wir das dann ein, defensiv wie offensiv. Also defensiv im Pressing, wie wir dann drauf gehen. Vielleicht lassen wir einen Verteidiger frei und der wird dann so angelaufen, dass er den Ball nur noch in die Mitte spielen kann, oder nach außen. [..] Das wird vor jedem Spiel immer auf die jeweilige Mannschaft trainiert, so dass jeder weiß, wo er hinzulaufen, wo er zu attackieren hat. [..] Ich finde bei uns ist es noch zu häufig Ball annehmen, drehen und gucken. Das ist aber nicht schnell genug. Das müsste zack, zack, zack gehen. Das trainieren wir auch, aber es ist klar, dass sowas nicht von heute auf Morgen funktioniert. Da gehören auch Selbstvertrauen, auf einander eingespielt sein und alles dazu. Aber so geht es zu langsam und der Gegner kann sich ohne großen Aufwand sortieren. Wie schon gesagt, wir müssen mehr an unserer Variabilität arbeiten und darüber Überzahlsituationen erzeugen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, es ist das schlimmste für einen Verteidiger, wenn er nicht genau weiß: „Soll ich jetzt mit dem einen mit oder bleib ich bei dem anderen?“ In solchen Drucksituationen ist es viel Wahrscheinlicher, dass man die falsche Entscheidung trifft oder die richtige, aber 2 Sekunden zu spät. Dann brauchst du erstmal wieder Zeit dich zu orientieren und so. Das kann ein Angriff natürlich ausnutzen. Solche Situationen erzeugen wir aber meiner Meinung nach noch zu wenig: Den Gegner massiv unter Druck setzen und Überraschungsmomente erzeugen. [..] Manchmal wirkt es auf mich aber auch so, als spielen wir auf Teufel komm raus nach vorne. Meiner Meinung nach sollten wir hier geduldiger sein. Manchmal musst du einfach gucken, wenn es rechts nicht geht, dann nimm den Ball und verlagere nach links. Wenn es da nicht geht, dann verlagere halt wieder zurück. Solange du den Ball hast, kann dir eh nix passieren. Wenn du dann aber vorne nur 1-gegen-3 bist oder so, dann brauchst du den Ball doch nicht vorne rein spielen. Der kann da vorne doch eh nix mit dem Ball machen. Klar, das Publikum wird sehr schnell unruhig… Wenn wir aber den Ball 5-6 Mal hin und her verlagern und sich dann irgendwo eine Lücke bietet und wir dadurch am Ende 2:0 gewinnen, schimpft auch niemand mehr. [..] Er hat mich nach einer Grätsche mal angepfiffen: „Bist du verrückt?! Hör auf zu grätschen! Du bist raus aus dem Spiel, du kannst nicht mehr eingreifen und wir sind einer weniger!“ Wofür soll ich denn grätschen? Nur damit alle denken ich hab Einsatz gezeigt? [..] Er hat mir in vielen Situationen wie diesen gezeigt, dass es wichtiger ist den Raum zu zu machen und sich nicht ausspielen zu lassen als jemanden in einen Zweikampf zu verwickeln. Es ist wieder die Geduldfrage. Warum soll ich da blind drauf gehen, wenn ich damit den Raum auf mache? Da kommst du immer zu spät. Ich muss mich erst drehen, der ist schon im Lauf. Seitdem mach ich nur noch die Räume zu, das ist mein Fußball. Viele Leute verstehen das halt leider nicht, aber ich hatte das Glück, dass Favre mich entsprechend einzusetzen wusste. Er hat meine Fähigkeiten verbessert und mich taktisch meiner Meinung nach auf ein extrem hohes Level gebracht."