Kurosawas kurvigster Film
RAN (Tumult/ seditio) ist nicht der erste und nicht der letzte Film von Kurosawa, er ist der kurvigste Film. Kein Zug, der keine Kurve macht - die Truppen und Formationen lässt Kurosawa fast in jeder Einstellung in Kurven durch das Bild ziehen. Er spannt das Trajekt wie einen Bogen, wie Warburg die Züge im iota von Tafel 79, dem Scharnier, fasst.
Der Krieg bringe die Leute zusammen, das Recht sei Streit und bringe auseinander: Das legt Carl Schmitt in einer Passage mit einer Übersetzung von Heraklit nahe. Krieg und Recht seien Streit, die Kunst bringe zusammen, das wiederum erzählen Anwendungen des Dogmas großer Trennung und funktionsgerechte Fragmentierungslegenden.
Kurosowa lese ich wie Warburg, als jemand, der Kontraktion und Distraktion durchdenkt und durcharbeitet, an allen Stellen und in allen Details. Kurosawa und Warburg lassen mich nicht an Fragmentierung glauben. An Kontraktion und Distraktion muss ich nicht glauben, die nehme ich auch so wahr. Man muss Fragmentierung nicht widerlegen, in ihrem Bezug zur Totalität ist die Vorstellung von Fragmentierung eine Technik, Referenzen groß zu machen. Man bricht Berichte ab schneidet Zusammenhänge - und so lädt man etwas vor Augen, wo es absolutiert erscheint. Wo Fragmentierung sein soll, da sind neue Systeme und neue Verfassungen nicht weit. Dem gilt meine Forschung nicht. Nulla dies sine linea: Kein Tag und Nacht ohne Linie, keine Linie ohne Welle, keine Welle ohne Kippen, keine Kippen ohne Schlingen, kein Schlingen ohne Falten.














