8 Stunden Schlaf pro Tag - Ein Selbstversuch
Schon meine Oma hat mir damals immer erzählt, dass jeder seinen Schönheitsschlaf braucht.
Heute predigen es Gesundheitsmagazine, Blogs und selbsternannte genauso wie anerkannte Experten: „Wer fit, gesund und leistungsfähig sein will, muss (mindestens) 8 Stunden pro Tag schlafen."
Hat das mal jemand in der Alltagspraxis ausprobiert?
Ich fange mal an. 30 Tage lang um genau zu sein.
Ab sofort also 30 Tage lang 8 Stunden Schlaf (am Stück) pro Tag.
Um 5.45 Uhr beginnt für gewöhnlich mein Tag. Bedeutet also ab sofort spätestens um 21.45 Uhr schlafen. Nach den abendlichen Hygieneritualen lese ich noch gern etwas vor dem Schlafen. Unterm Strich muss ich also gegen 20.45 Uhr jegliche Aktivität einstellen und mich ins Badezimmer begeben.
Um dem Ganzen mal eine Perspektive zu geben, hier noch ein paar Eckdaten:
Mein Arbeitstag endet planmäßig um 16.45 Uhr, wenn nicht gerade irgendwelche wichtigen Projekte anstehen.
2 - 3 mal pro Woche gehe ich zum Sport und tobe mich dort dann rund 2 Stunden aus (inkl. duschen und umziehen).
Ich bin kein Gourmetkoch aber bereite mir dennoch möglichst jeden Tag selbst ein Gericht zu. Fastfood ist nicht Bestandteil meines Ernährungsplans.
Bis Amazon-Fresh bei uns auf dem Land verfügbar ist, muss ich weiterhin selbst einkaufen gehen.
Der Weg von meinem Arbeitsplatz nach Hause ist zum Glück sehr kurz. Etwas Zeit gewonnen...
So. Nun zu meiner bisherigen Erfahrung nach knapp 10 Tagen:
Es stellt sich erstmal das komische Gefühl ein, gar nichts mehr zu schaffen.
Wenn man nach der Arbeit noch maximal 2 - 3 Stunden hat, bevor man ins Bett gehen muss, bleibt kaum Zeit für irgendwas.
Dieser Umstand führt aber auch zu einer, gerade Anfangs, improvisierten Effektivität. Man plant und nutzt wirklich jede Minute und lernt, gnadenlos Prioritäten zu setzen.
stalke ich nicht mehr sinnlos meine Freunde bei Facebook, sondern trainiere meine Englischfähigkeiten via Duolingo (was ich sonst zu einem anderen Zeitpunkt machen würde).
Wenn ich morgens das Frühstück zubereite, lese ich nebenbei nicht mehr meinen gesamten Twitter- oder Flipboardfeed, sondern beschränke mich auf Zusammenfassungen und Überschriften. Meldungen nach dem Prinzip „Die 10 wichtigsten News, die Sie heute früh wissen müssen“ sind mein Freund. In der übrigen Zeit bereite ich das Mittagessen vor oder schmeiße die Waschmaschine an.
Da fast keine Zeit mehr zum Lesen bleibt, höre ich zum Beispiel beim Bügeln Hörbücher. Einige meiner favorisierten Blogger haben auch Podcasts, die man super beim Joggen hören kann.
Faulenzen unter der Woche? Fehlanzeige.
Produktivität im Privatleben lässt sich nur sehr schlecht messen aber man hat das Gefühl, unfassbar effektiv zu sein. Und das fühlt sich wirklich gut an.
Ich hatte am Anfang die Befürchtung, mich durch die straffe Organisation schnell gestresst zu fühlen aber das gleicht sich scheinbar durch die höhere Stressgrenze, bedingt durch den vielen erholsamen Schlaf, aus.
Aufgeben gilt nicht. Mal sehen, ob ich es bis zum Ende schaffe.