dreiundfünfzig
Dummer Jungenstreich:
Die Freiwillige Feuerwehr im österreichischen Feldkirchen hatte syrische Flüchtlinge an einem heißen Sommertag mit einer Wasserdusche erfrischt. Das Signal: Ihr seid hier willkommen! Unter einem Foto der Aktion kommentierte ein Facebook-Nutzer allerdings: "Flammenwerfer währe (sic!) da die bessere Lösung.
[...]
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, der Lehrling wurde mit sofortiger Wirkung gekündigt.
[...]
Porsche musste handeln, schon alleine aus Eigeninteresse: Ein global agierendes Unternehmen kann es sich nicht leisten, mit einer solchen Aussage in Zusammenhang gebracht zu werden. Aber auch aus gesellschaftlicher Verantwortung: Kein Unternehmen, ob Weltkonzern oder Mittelständler, darf es sich leisten, eine solche Aussage unwidersprochen stehen zu lassen.
(Simon Hurtz - Rassismus gehört geächtet - aber nicht so)
Wichtig: Konsequenzen für den Lehrling sind nicht etwa richtig, weil Antifaschismus richtig ist. Sie sind richtig, weil es an erster Stelle gut für das Eigeninteresse des global agierenden Unternehmens ist.
Wer die Muttersprache verhunzend Flüchtlinge im Namen des Vaterlandes mit dem Flammenwerfer bearbeiten möchte, dem gehört auf die Finger geklopft. Dabei ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt, der moderne Menschenjäger ist nämlich ein zartes Pflänzchen:
Nun wird darüber diskutiert, ob die Kündigung arbeitsrechtlich in Ordnung war, aber darum geht es gar nicht. Die Frage ist, ob sie sinnvoll war. Was wurde damit erreicht? Porsche hat ein starkes und unmissverständliches Signal gesetzt, dass rassistische Hetze keine Meinung, keine Dummheit, sondern ein Verbrechen ist [Hervorhebung von APN]. Gut so, zumindest für Porsche.
Hätte Porsche den Auszubildenden lediglich abgemahnt und sich unmissverständlich distanziert, wäre der öffentliche Beifall vermutlich weniger lautstark ausgefallen. Trotzdem wäre es die angemessenere Reaktion gewesen. Jetzt steht ein 17-Jähriger vor einem Scherbenhaufen: Seine Lehrstelle ist er los, und ob er so bald einen neuen Arbeitgeber findet, darf man bezweifeln.
(a.a.O.)
Eben, es handelt sich um ein Verbrechen und solche werden seit jeher mit Abmahnungen und Distanzierungen bestraft.
















