Da saß ich eben mal wieder und war an die größtenteils eher alltäglichen Videos einiger Youtuber gefesselt, man kennt das ja. Wenn man einmal anfängt, ist man im Netz der verlockenden Videotitel gefangen und klickt sich vom einen Video zum nächsten.
Wieso, habe ich mich gefragt, guckt man sich sowas eigentlich an? Menschen filmen ihren Alltag und die deutsche bzw. auch internationale Jugend sitzt vor Youtube und guckt zu. Der Sinn dieser Videos ist zumeist die reine, stupide Unterhaltung ohne jeglichen Mehrwert für die Kreativität, Weltanschauung oder sogar - was erwartet man nur - die Bildung der Zuschauer. Problematisch daran ist ja vor allem, dass die Zielgruppe der 10-16 jährigen noch sehr beeinflussbar ist und eine Welt der Oberflächlichkeiten vorgeführt bekommt.
Allen voran sind es natürlich die Beauty-Videos, die den Schönheitswahn der restlichen Medienlandschaft zelebrieren und einem quasi noch die letzte Hoffnung rauben, es sei in Ordnung so auszusehen, wie man eben aussieht. Nein, die Lippen müssen voller, die Wangenknochen höher und die Augen verführerischer sein. Du bist erst 12? Egal! Schmink dich und werde zum Inbegriff der Barbiepuppe, wie dein Vorbild, das da vor der Kamera zeigt, dass Natürlichkeit heutzutage einfach nicht mehr reicht. Mach dir am besten direkt einen eigenen Channel, wie das mit 12 Jahren heutzutage so üblich ist.
Neben dem 0815 Make-Up-Tutorial ist auch der Shopping-Haul ein must-have auf jedem einigermaßen vollständigen Youtube Channel, der eben nur den einen Nutzen haben soll, dass man seine tollen Fähigkeiten mit anderen teilt und die Welt dadurch zu einem noch hübscheren Ort macht. Wie wäre das auch auszuhalten, wenn jeder sein “wahres Gesicht” zeigen würde? Was die Youtuber mit ihrem konsumgesteuerten und dem Schönheitswahn verfallenen Verhalten anrichten ist ihnen höchstwahrscheinlich nicht einmal bewusst, weil sie sich ja genau in ihrem Kosmos befinden.
Um das World Wide Web zu einem Ort der Sinnhaftigkeit und Tiefgründigkeit zu machen und die Kreativität sowie das Interesse an relevanten Dingen aus den Trümmern bereits zerstörter Gesellschaftsbilder auferstehen zu lassen, sollte sich endlich mal jemand aufopfern, den jungen und alten Dingern vor ihren iMacs zu zeigen, dass die Galaxie des oberflächlichen Beauty-Wahns und der Verblödung nicht die einzige da draußen ist, sondern dass das Universum unendlich groß sein kann, wenn man über den Tellerrand schauen will.