Labmagenverlagerung nach links
Ursache: noch nicht ganz geklärt
genetisch: großrahmiger Kühe öfter betroffen
Fütterung: hoher Kraftfutteranteil -> Entstehung großer Mengen flüchtiger Fettsäuren -> Hypotonie Labmagen
mechanisch: trächtiger Uterus -> Pansen nach oben, Labmagen nach links -> Kalbung -> Absinken Pansen, hält Labmagen links fest -> Teufelskreis wg. Gasansammlung u. Hypotonie (evtl auch wg. Hypokalzämie) -> wg. Gas wird Labmagen an linker Bauchwand nach dorsal gezogen
Symptome:
tritt bei Kühen kurz vor bis 2 Monate nach Abkalbung auf
Risikofaktoren: Totgeburten, Zwillingsgeburten, Gebärparesen, Nachgeburtsverhaltungen, Ketosen u. Metritis
wechselhafte Futteraufnahme
therapieresistente Ketose
links: Perkussions- u. Schwingauskultation Klingeln od. Plätschern
Feststellung v. festem Panseninhalt von außen od. rektal
-> gesicherte Diagnose, weil Pansen als Quelle v. Klingeln/Plätschern nicht in Frage kommt
bei "geblähten" Kälbern: Versuch Gasablass per Sonde -> funktioniert NICHT bei Labmagenverlagerung
linke Seitenlage -> drehen auf den Rücken u. wieder zurück in linke Seitenlage, gleichzeitig Bauch mit Fäusten in Schwingung versetzen
Kontrolle Labmagenposition mittels Perkussionsauskultation
Rezidivvorbeugung: Anbinden v. rechtem Bein, sodass sich Kuh nur auf linke Seite legen kann
Operativ
wenn Eingriff in Rückenlage erfolgt:
erst Markierung d. Eutervenen, um Verletzungsrisiko zu minimieren
NICHT bei Hochträchtigkeit (Risiko torsio uteri) od. Atemwegsbeschwerden
Risiko: Regurgitieren -> Aspirationspneumonie
Toggle & suture
adulte Rinder
schnell u. kostengünstig
Markierung d. Eutervenenverlaufs (um beim Eingriff nicht aus Versehen zu verletzen)
Sedierung, Analgetikum u. Antibiotikum
erste Trokarierung: 10-15 cm unter Proc. xiphoideus, 5-7 cm rechts d. Medianen
zweite Trokarierung: 4-7cm cranial d. ersten Einstichstelle
= physiologische Labmagenlage
Perkussionsauskultation (ist lautester "ping" an Trokarierungsstelle?)
wenn viel Flüssigkeit im Labmagen (=positive Schwingauskultation links) -> Abdomen schütteln -> Labmagen nach rechts verlagern
kann bei Peritonitis wg. Verklebungen auch nicht möglich sein
Schur, Reinigung u. Desinfektion
Kompression d. Unterbauchs -> Labmagen in richtige Position, so nah wie möglich an Bauchwand und unter Spannung setzen
Trokar bis in Labmagenlumen einführen
Überprüfung: typisch säuerlicher Geruch, bei Flüssigkeitsaustritt checken des pH-Werts (sollte sauer sein)
Faden-Kippdübel in Lumen einführen, Sitz durch Zug prüfen
Trokarhülse entfernen, Fäden mit Klemmen fixieren
zweite Trokarierung an vorher beschriebener Stelle bis ins Lumen einführen -> selbes Vorgehen wie beim ersten Mal
so viel Gas wie möglich herauspressen
beide Fadenenden mehrfach miteinander verknoten mit 8-10cm Abstand zur Bauchwand, evtl. mit Togglebutton od Mullbinde zur Druckverteilung u. Verankerung
im Uhrzeigersinn in Brustlage
Entfernung nach frühestens 6 Wo. (lokale Peritonitis kann bei der Befestigung d. Labmagens an Bauchwand hilfreich sein)
Zusammenschnüren d. Labmagens -> Ileus
Blind stitch
!KEINE Kontrolle über richtigen Sitz möglich!
Schwing- u. Perkussionsauskultation zur Bestimmung d. Labmagenlage
Knoten setzen kranial d. Nabels, etwas rechts d. Medianen
nach Janowitz
unter laparoskopischer Kontrolle
am stehenden Tier:
ein Zugang für Laparoskop: Mitte der linken Hungergrube
ein Zugang zum Togglesetzen: (vor)letzter Interkostalraum links (je nach Lage/ Größe Labmagen), dorsal d. höchsten Punktes d. Labmagenkuppel
Hautinzision an beiden Stellen mit Skalpell
Pneumoperitoneum herbeiführen
aktiv über Insufflation
mittels VERES-Kanüle
passiv einströmen lassen
Laparoskop einführen: Lage d. Labmagens ermitteln
Trokar einführen, unter Sichtkontrolle in Labmagen einstechen (=Gas strömt ein, evtl Verhindern, damit Labmagen nicht absinkt)
Toggle in Labmagenlumen verbringen
kein Gas strömt mehr aus -> Herausziehen d. Trokars aus Labmagenlumen aber NICHT aus Abdomen
Fäden vollständig in Abdomen schieben
beide Hautschnitte zunähen
Kuh in Rückenlage
ein Zugang für Laparoskop: handbreit cranial u. links d. Nabels
ein Zugang für Fadenfasszange: handbreit cranial u. rechts d. Nabels
Laparoskop einführen -> Fäden suchen
mit Fadenfasszange Fäden herausziehen
gesamtes Gas aus Bauchhöhle herausströmen lassen
beide Hautwunden zunähen
Kuh in Seitenlage
Fäden mit Mullbinde locker an Bauchwand fixieren
Fäden an linker Bauchwand nach 10 Tagen ziehen
Mullbinde nach 4-6 Wochen entfernen
nach Christiansen
Tier muss NICHT in Rückenlage
muss teilweise ohne Sichtkontrolle durchgeführt werden
am stehenden Tier
ein Zugang für Laparoskop: Mitter der linken Hungergrube
ein Zugang für Trokar: Setzen unter laparoskopischer Kontrolle, vorletzter Zwischenrippenraum, 2-3 handbreit unter Lendenwirbelquerfortsätze
Toggle an höchster Stelle der Labmagenkuppel einsetzen
Gas aus Labmagen ablassen
Fäden mit Klemme fixieren
Spieker mit abgerundetem Ende zur Bauchwand nach ventral zwischen Labmagen u. Bauchwand einführen
Palpatorische Kontrolle, ob man an richtiger Stelle ist (rechts d. Medianen, handbreit kranial d. Nabels)
Spieker drehen um 180 Grad -> Durchstechen d. Bauchwand von innen nach außen
Einfädeln v. Hilfsfaden in Spieker
Spieker mit Hilfsfaden über dorsales Loch herausziehen
Verknoten v. Toggel- mit Hilfsfaden
Fäden durch ventrales Loch nach außen ziehen
Gas möglichst vollständig aus Bauchhöhle pressen
Hautnähte nach 10 Tagen ziehen
Mullbinde nach 4-6 Wochen entfernen
Verletzung innerer Organe
Fingerspitzenmethode nach Kreher
Tier muss NICHT in Rückenlage
gesamter Eingriff ohne Sichtkontrolle, dafür weniger aufwendig
im Stehen
Zugang im letzten Interkostalraum auf halber Höhe d. linken Bauchwand (genaue Lokalisation mit Schwing- u. Perkussionsauskultation ermitteln)
4cm Hautschnitt durch Haut u. Unterhaut
Muskeln stumpf mit Fingern bis zum Peritoneum wegpräparieren
Peritoneum anschneiden (Luft strömt ein)
Labmagen ertasten und punktieren (typischer Geruch)
wenn kein Gas mehr entweicht -> Spieker setzen
Spieker mit abgerundetem Ende zur Bauchwand nach ventral zwischen Labmagen u. Bauchwand einführen
Palpatorische Kontrolle, ob man an richtiger Stelle ist (rechts d. Medianen, handbreit kranial d. Nabels)
Spieker drehen um 180 Grad -> Durchstechen d. Bauchwand von innen nach außen
Einfädeln v. Hilfsfaden in Spieker
Spieker mit Hilfsfaden über dorsales Loch herausziehen
Verknoten v. Toggel- mit Hilfsfaden
Fäden durch ventrales Loch nach außen ziehen
Gas möglichst vollständig aus Bauchhöhle pressen
Hautnähte nach 10 Tagen ziehen
Mullbinde nach 4-6 Wochen entfernen
Verletzung innerer Organe
korrekte Fütterung (weniger Kraftfutter) va in Trockenstehphase
Auslauf f. trächtige Kühe