Wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten, sind Satelliten und andere Weltraumheimkehrer einem enormen Druck ausgesetzt: Sie brechen auseinander und ihre Einzelteile schmelzen unter der durch den Luftwiderstand entstehenden Reibungswärme dahin. Der Weltraummüll löst sich sozusagen selbst auf. Was aber passiert mit den Maschinen, die groß und schwer genug sind, um Druck und Hitze zu widerstehen? Hier bieten sich den Ingenieuren an den Schaltknüppeln der Bodenstationen zwei Optionen an: Ist das zu entsorgende Gerät ausreichend weit von der Erde entfernt, kann es in den sogenannten "Friedhofsorbit" gelenkt und entsorgt werden – eine Umlaufbahn in 35 000 km Entfernung von der Erde, wo auch keine Kollisionen mit anderen Satelliten und Weltraumgefährten mehr drohen. Fliegt es dagegen tiefer (bis 1 600 km zur Erde), ist ein Wiedereintritt unvermeidbar und das Bodenpersonal muss eine sichere Route planen, damit Restteile nicht auf bewohntes Gebiet fallen und sogar Menschen verletzen. Eine bevorzugte Anlaufstelle für diese Art von Weltraumschrott ist dann meist "SPOUA", die South Pacific Ocean Uninhabited Area (Abb.). Nach Aussage der NASA ist es "der am weitesten von jeder menschlichen Zivilisation entfernte Ort auf der Erde", und wurde deswegen auch von ihr zum "Raumschiff-Friedhof" auserkoren. Bisher lagern dort über fünfzig Großmaschinen aus dem All. "Das alles hat ungefähr die Größe von Nordamerika", erklärt Christophe Bonnal von der französischen Raumfahrtagentur CNES. "Die russische Raumstation Mir ruht dort, bzw. das, was davon bei der Rückkehr zur Erde nicht zerstört wurde, also ca. 10 % der ursprünglichen Masse. Auch die Internationale Raumstation ISS wird dort wahrscheinlich ihr Leben beenden, irgendwann in den 2020ern – in einem Block, oder noch im Weltraum zerlegt in mehrere Teile." Die Option Raumschiff-Friedhof jedenfalls scheint eine sichere zu sein: Nach Aussage von Bonnal war seit Beginn der Raumfahrt im Jahre 1957 auf der Erde noch kein einziges menschliches Opfer wegen niedergehender Weltraumteile zu beklagen. #WTFact









