Habe Sprache ist eine Waffe gelesen, Sprachglossen von Kurt Tucholsky gesammelt von Wolfgang Hering. Im Folgende einige Texte, die für mich persönlich besonders interessant waren.
In Der Fall Knorke von 1924 heißt es, das Adjektiv aus dem Titel sei ein kurzlebiges Modewort gewesen. Kann ich nicht bestätigen - ich komme bekanntlich aus dem Raum Berlin und assoziiere "knorke" mit Personen Ü60, die das in ihrer Jugend gesagt haben (so ähnlich wie "urst schau"). Meine Generation empfindet das Wort als altmodisch, kennt es aber.
In Die Übersetzung nennt der Autor das Verb "verbitten" als Beispiel für Begriffe, die man ins Französische nicht übersetzen kann. "Prier qn. de ne pas faire qc." soll die Umschreibung des Infinitivs lauten und "Ich verbitte mir das" soll am ehesten "Que cela n'arrive plus !" entsprechen.
Stark angesprochen hat mich der Text Die Überschrift von 1914. Es geht darin um... Clickbait, würde man heute sagen, um reißerische Titel wie "Ein trübes Sittenbild aus dem dunklen Berlin".
Ein Bändchen Lyrik von Tucholsky liegt hier noch herum. Ich habe festgestellt, dass ich außer Augen in der Großstadt keine Gedichte von ihm kenne und Lücken kann man ja mal stopfen.