Suiderstrand Sunset by Ballacorkish https://flic.kr/p/24CHknA
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Suiderstrand Sunset by Ballacorkish https://flic.kr/p/24CHknA
Winter training, discovering Cape Agulhas #capeagulhas #suiderstrand #dieskip #capeagulhasnationalpark #overbergliving #mtblifestyle #mtb #healthylifestyle (at Suiderstrand) https://www.instagram.com/p/CCvp2emlLMm/?igshid=sh0jd99ms84c
Südafrika 2019 - Teil 19
22. Dezember 2019
Herrschaften und Oukies!
Heute haben wir uns einen ziemlich faulen Tag gemacht. Da wir eine Ferienwohnung haben, brauchten wir nirgends zum Frühstück zu erscheinen und auch kein Zimmermädchen war zu erwarten.
Also schlurften wir heute Morgen so vor uns hin - und da es sich für die 2 Tage Ferienwohnung überhaupt nicht lohnt großartig zur Selbstversorgung einzukaufen, gingen wir einfach frühstücken.
Den Laden hatten wir uns gestern Abend bereits ausgesucht, als wir unsere Runde zu Fuß gedreht hatten. Da sah alles sehr ruhig und beschaulich aus....
Das war heute Morgen aber ganz, ganz anders..... Als wir dort so um Viertel nach 9 eintrudelten, im Suidpunt Potpourri, war der Parkplatz vor dem Haus schon komplett voll, der Parkplatz der Unterkunft gegenüber auch und die angrenzenden Nachbarn ebenfalls zugeparkt.
Drinnen ein riesen Halligalli. Und weil der Laden Potpourri heißt, ist auch Potpourri. Es ist Kaffeehaus, Andenkenladen, Kunstgalerie und was-weiß-ich-nicht-noch-alles in einem. Die Leute standen Schlange, um einen Platz zu kriegen. Glaubt man nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat!
Nächster Punkt auf der heutigen Agenda: noch einmal runter bis zum Südlichsten Punkt Afrikas. Zum Glück hatten wir ja gestern Abend bereits die Bilder gemacht - ohne Menschenmassen am Cap Agulhas.
Die meisten Leute glauben immer noch, dass das Cape of Good Hope (Kap der Guten Hoffnung) der südlichste Punkt sei und dass sich dort der Atlantik mit dem Indischen Ozean trifft. Das stimmt aber gar nicht. Tatsächlich ist das deutlich weiter östlich, am Kap Agulhas, der Fall.
Agulhas kommt einem nicht nur spanisch vor, sondern ist tatsächlich portugiesischen Ursprungs. Bartolomeu Dias war in den 1480er Jahren nicht nur in Namibia (Cape Cross und Lüderitz), sondern auch in Südafrika unterwegs.
Die Portugiesischen Seefahrer nannten Afrikas südlichste Spitze "Nadelkap", weil ihre Kompassnadel hier ohne Missweisung genau nach Norden zeigte. Dem Kap vorgelagert sind sehr scharfkantige Riffe.
Sehenswert ist der massige Leuchtturm aus dem Jahre 1848. Er hat eine Reichweite von fast 60 Kilometern und verrichtet - trotz moderner Satelliten-Navigation auf den Schiffen - bis heute noch immer seine Dienste.
Das Kap Agulhas ist nicht nur der südlichste Punkt, sondern auch offizielle Grenze zwischen Atlantik und Indischem Ozean. Die Gewässer vor der Küste sind relativ seicht und gelten als die besten Fischfanggebiete Südafrikas. Man spricht von der "Agulhas Bank". Sie ist weniger als 100 Meter tief. Erst 250 Kilometer seewärts geht es dann steil in die Tiefe.
Ein hölzerner Steg führt am Meer entlang durch die Fynbos Vegetation zum südlichsten Punkt, wo es eine kupferne Informationstafel gibt. Beliebtes Fotomotiv für Besucher. Bänke laden zum Verweilen ein. Sofern es nicht gerade stürmt, kann man hier mit herrlichem Meerblick wunderbar verweilen.
Cape Agulhas ist ein raues windumtostes Kap. Die zahlreichen Schiffswracks vor der Küste zeugen von den heftigen Stürmen in dieser Region. Rund 140 Schiffwracks, die rund um das Kap liegen, zeugen von der Unberechenbarkeit der Natur. Die meisten von ihnen sind nur gekonnten Tauchern vorbehalten oder für immer verloren.
Doch wie zur Warnung liegt ein Schiffsbug deutlich sichtbar nah an der Küste. Es ist der vordere Teil der "Meisho Maru 38", einem japanischer Schleppnetzfischer, der hier im November 1982 zerschellte.
Ironischerweise gerade einmal zwei Kilometer Luftlinie von dem Leuchtturm des Kaps entfernt. Die Nähe zum Land machte es möglich, dass die Besatzung den Schiffbruch überlebte. Besucher finden das rostige Wrack, wenn sie von der Tafel, die den südlichsten Punkt des Kontinents markiert, rund 1 ½ Kilometer weiter die Küste entlang laufen/fahren, in Richtung Suiderstrand.
Genau das machten wir heute nämlich auch. Schon als wir den Wagen parkten, fiel uns am Horizont, bei Suiderstrad, eine kleine Rauchsäule auf. 10 Minuten später hatte sich daraus ein respektables Buschfeuer entwickelt. Weitere 10 Minuten später waren auch Flammen zu erkennen.
Wir blieben auf dem Parkplatz am Wrack stehen und beobachteten die Situation. Inzwischen war in der Luft ein Flugzeug zu erkennen, dass über dem Brand kreiste und weiter unten war der Lösch-Helikopter aus Bredasdorp eingetroffen und schmiss Wasser ab. Immer wieder flog er zum Meer hinunter, nahm Wasser auf und warf es ab.
Bis die Rettungskräfte über den Landweg eintrafen, verging schlapp eine Stunde. Vorher kamen aber jede Menge freiwillige Helfer angeprescht, Farmer mit Wassertanks auf dem Pick-up usw.
Gegen 13 Uhr schien das Feuer soweit unter Kontrolle zu sein, dennoch flog der Helikopter unermüdlich. Ambulanz-Fahrzeuge sausten auch zur Brandstelle. Bis in den Nachmittag hinein hörten wir den Hubschrauber fliegen.
Gegen 18 Uhr war alles wieder ruhig und wir fuhren dann selbst rüber nach Suiderstrand. Der Ort ist nicht betroffen. Der Brand hat offenbar in dem Naturschutzgebiet mit angeschlossenem SAN Park Camp statt gefunden.
Auf dem Weg zurück zum Leuchtturm, gingen wir noch einmal runter zum südlichsten Punkt. Jetzt waren alle die Tagestouristen wieder verschwunden und fantastische Ruhe eingekehrt. Hier und da kam noch ein Auto und die Leute wanderten ein wenig durch die Landschaft.
Und da heute der längste Tag des Jahres in der südlichen Hemisphäre ist, verbrachten wir diesen bei einem Traum Sundowner oben am Leuchtturm. Zusammen mit einer südafrikansichen Familie warteten wir bis das Leuchtturmfeuer anging. Im letzten Büchsenlicht ging es zurück zur Ferienwohnung.
Nun dürfen wir auch schon wieder packen, denn morgen geht es weiter nach Gordons Bay - unsere vorletzte Station der diesjährigen Afrikareise. Wir sind gespannt, ob sich der Leihwagen Vermieter tatsächlich dort mit uns in Verbindung setzen wird. Auf die Emails ist bis jetzt keine Reaktion erfolgt.
Lekker Slaap!
Angie, Micha und der Hasenbär