Ungefähr Ende 1992
Ein Arztroman zum Thema TAE-Steckdosen
"'Der Doktor ist's gewesen!' So schallte es durchs aufgeregte Försterhäuschen, und wer von draußen durchs Kammerfenster hereingeblickt hätte, der hätte als Ursprung dieses Rufens sogleich die kleine Lernschwester Kathrin ausgemacht. Reizend sah sie aus, wie sie so ihre junge Stirne in Falten legte und eine grimmige Miene versuchte. Um sie herum standen ihre beiden besten Freunde, der Junker Peter und seine blonde Verlobte Susi, und hörten ihrem Geschrei teilnahmsvoll zu. 'Der Doktor hat diese kleinen schwarzen Dinger, ihr wißt schon, vom Stecker des Telefons abgeschnitten und jetzt sind sie nicht mehr daran! Und dabei war er so teuer, dieser Stecker!' Ja, die kleine Schwester hatte wohl recht und tat gut daran, sich solchermaßen zu empören, denn nun war er nicht mehr zu gebrauchen, der Stecker. Wichtig waren sie gewesen, diese 'kleinen schwarzen Dinger', wie sie sich ausdrückte, wichtig, um irgendeinen verborgenen Schalter im Inneren des komplizierten Mechanismus umzulegen. Und nun? Nichts tat sich mehr, rein gar nichts. 'Na, na', sprach der Junker Peter begütigend auf sie ein, 'das wird schon wieder! Da nehmen wir einen schönen Sekundenkleber, das geht wie der Blitz!' Aber da hatte er sich geschnitten, denn jetzt heulte die brünette Schwester erst recht los: 'Sie sind ja nicht mehr da, die Dinger! Zum Kehricht geworfen hat er sie, der Doktor, der Taugenichts!' Tja, da war nun tatsächlich guter Rat teuer."
Quelle: Fax an meinen Freund (den Doktor). In die mittlere TAE-Steckdose passte nur eine Steckerart, in die beiden äußeren eine andere, und mit einem Teppichmesser konnte man zwar aus der einen die andere machen, aber dann ging es eben nicht mehr.
(Kathrin Passig)











