DSL und die Telekom – eine unendliche Geschichte
Nach langjährigem hin und her verschiedener Möglichkeiten, unser Dorf ans DSL-Netz anzuschließen, war es am 16. Juni endlich so weit: Der Netzausbau der Deutschen Telekom hat auch unser Dorf erreicht und der Rosa Riese lud zur Informationsveranstaltung im Neubaugebiet, um der Bevölkerung die Übertragungsraten zu demonstrieren.
Bei strahlendem Sonnenschein hatte man unter einem Pavillon ein Fernsehgerät aufgebaut, dessen Bild und Ton sozusagen per Internet übertragen wurden und das in einer bestechenden Qualität.
Da ich schon seit ca. einem Jahr einen so genannten Call & Surf Comfort-Vertrag bei der Telekom bezahle, ging ich davon aus, dass sich dessen Geschwindigkeit nun automatisch erhöhen würde. Ein an diesem Tag anwesender Telekom-Mitarbeiter klärte mich darüber auf, dass dem nicht so sei, sondern ich selbst tätig werden müsse. Ein kurzer Anruf bei der Hotline sollte genügen, so der Mitarbeiter.
Gesagt, getan: Gleich am nächsten Tag rief ich die Hotline an und erklärte meinem Gesprächspartner, was ich will. Eigentlich ganz einfach: Der Vertrag soll genau so weiter laufen wie bisher, die DSL-Geschwindigkeit soll aber erhöht werden.
Der Mitarbeiter klärte mich darüber auf, dass DSL 6.000 nicht mehr verfügbar wäre, sondern es nun DSL 16.000 zum gleichen Preis gäbe. Super! Einziger Wermutstropfen: Die Umstellung dauert 8 bis 10 Tage, so mein Gesprächspartner.
Da ich aber am 28. Juni ohnehin in Urlaub fahre und die eine Woche bis dahin auch noch schaffe, stellt das kein Problem dar und wenn ich zurück komme, pfeift’s in der Leitung. Das dachte ich jedenfalls.
Als ich am 9. Juli aus dem Urlaub zurück kam und die Geschindigkeit testen wollte, hatte sich nur eines getan: Gar nichts! Es war alles beim alten, also fürchterlich langsam. Ein Besuch bei www.speedtest.net bestätigte, dass sich nichts geändert hatte.
Also rief ich am 10. Juli, einem Sonntag, erneut die Hotline an und erzählte die ganze Geschichte noch einmal.
Auch diesmal hatte ich einen überaus freundlichen Mitarbeiter an der Strippe, der mir versprach, sich sofort meines Anliegens anzunehmen. Er wies mich darauf hin, dass ich den Auftragsstatus jederzeit im Kundencenter nachlesen könne. Einziger Wermutstropfen: Das Ganze dauert zwischen 8 und 10 Tagen.
Da ich ein recht neugieriger Mensch bin, loggte ich mich am 11. Juli ins Kundencenter ein, in der Hoffnung, eine klitzekleine Änderung beim Auftragsstatus sehen zu können.
Das einzige, das ich sah, war nichts. Rein gar nichts. Null. Niente. Nada. Es gab überhaupt keinen Auftrag mehr! Gelöscht. Leer. Weg.
Was tun? Natürlich wieder die Hotline anrufen, was ich dann auch gleich tat. Meinem Gesprächspartner erzählte ich die ganze Kiste noch einmal und daraufhin wollte er mich mit eben dem Mitarbeiter verbinden, mit dem ich am Tag zuvor schon telefoniert hatte.
Nach einer kurzen Zeit in der Telekom-Warteschleife hatte ich plötzlich eine Mitarbeiterin an der Strippe, der ich die Geschichte ebenfalls wieder in vollem Umfang erzählte und siehe da: diese Mitarbeiterin schien die einzige zu sein, die wirklich verstand, worum es mir ging und die wusste, warum der Auftrag mehrmals verschwunden war.
Ihr Verdacht: Das Auftragssystem enthält den Auftrag, dass ich Call & Surf Comfort haben möchte, wobei ein Computer (oder ein Mensch?) irgendwann feststellt, dass ich eben diesen Call & Surf-Tarif seit ca. einem Jahr bereits habe.
Der Punkt, dass ich den Tarif behalten aber endlich DSL in einer akzeptablen Geschwindigkeit haben will, fiel offenbar immer unter den Tisch, bis – ja bis diese fähige Mitarbeiterin dahinter kam, was ihren Kollegen ganz offensichtlich schleierhaft blieb.
Nachdem sie mir versprach, sich darum zu kümmern, dass mein DSL-Anschluss schnellstmöglich freigeschaltet bzw. hochgestuft wird, gab ich ihr noch meine Mobilfunk-Nummer, da sie mich wegen des exakten Termins zurückrufen wollte. Nach ein paar Minuten rief sie auch tatsächlich zurück und sicherte mir als Termin den kommenden Montag zu.
Ein Blick ins Kundencenter der Telekom zeigte auch, dass der Auftrag tatsächlich drin steht. Toi toi toi – mal sehen, ob das auch so bleibt.
Was für die beiden Kollegen der Dame so schwer zu begreifen war, als ich sagte, der Vertrag solle genau so weiter laufen wie bisher, also inklusive ISDN, nur die DSL-Geschwindigkeit solle auf 16.000 erhöht werden, erschließt sich mir bis heute nicht.
Nun lasse ich mich überraschen, ob die Umstellung bis zum 18. Juni, also dem kommenden Montag, tatsächlich klappt und die Telekom diesen Punkt hinbekommt.