"Bethlehem des Now Jazz"
w71: Trevor Watts / John Edwards / Tollef Østvang
von Rigobert Dittmann / bad alchemy
Der adventssonntägliche 3. Dez. beschert mir die Qual der Wahl zwischen der Freak-show mit Helene Richter & Hala und einer Legende. Denn in Weikersheim, dem Bethlehem des NowJazz, spielt mit Trevor Watts einer derjenigen, die in den 60ern für die Neugeburt des Jazz in britischen Farben gesorgt haben. Im letzten Februar vor dem "Blood, toil, tears and sweat"-Krieg geboren, gründete er 1965 mit dem Drummer John Stevens, den er im Wehrdienst bei der RAF in Köln kennengelernt hatte, das wegweisende Spontaneous Music Ensemble, 1967 die eigene Formation Amalgam, mit Stevens und Barry Guy, bei dessen London Jazz Composers Orchestra er natürlich ebenfalls zur Stelle war, während er seinen Weg fortsetzte bis zu seiner afrorhythmischen Moiré Music. And so on. Die seltene Mitfahrgelegenheit mit Martin, Hans und Peter gibt den Ausschlag. Drum steht nun diese Saxlegende aus Halifax vor mir, im schmalen Körper eines Teenagers, doch mit dem Knowhow von the Man on the Hill. Daneben der 25 Jahre jüngere John Edwards, der mich x Jahre und x-tausend Konzerte nach unserer letzten Begegnung anstrahlt wie das blühende Leben. Als Ace of the Bass, von seinen wilden Anfängen mit The Honkies, B Shops for the Poor und God bis hin zu The Remote Viewers, den New Old Luten und Big Bad Brötzmann Quintetten oder dem Trevor Watts Quartet mit Veryan Weston & Mark Sanders. Dritter Mann ist der Drummer Tollef Østvang, als mit Jg. 1985 weiterer Generationssprung und doch derjenige, der das Trio initiiert hat. Angereist aus Os in Østerdalen, mit besten Empfehlungen durch Universal Indians (mit John Dikeman & Joe Mc¬Phee), Mars Williams, All Included (mit Martin Küchen), steht er, hoch und schmal in Künstlerschwarz, da wie ein Page am Hof von König Olaf dem Strengen.
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