2 Seeds Left live @ Session 47 #1 hosted by Tontrafik
Es tut sich was in der Tiroler Musikszene. Was mich persönlich sehr freut. In Tirol gibt es nämlich so viele tolle Musiker aber gleichzeitig so wenig Angebot für Diese, ihre selbstkomponierten Stücke in die Öffentlichkeit hinauszutragen. Ein Problem, das sich in unserem geliebten Alpenland sehr hartnäckig hält. Dieser Problematik ein wenig entgegenzuwirken haben sich die Leute von Tontrafik zur Aufgabe gemacht. Tontrafik ist ein von Musikern in Innsbruck angesiedelter Verein, der Bands und Musikern das Filmen und Produzieren von Livesessions anbietet. Dabei muss man Folgendes anmerken: Die Musiker können dieses Angebot in Anspruch nehmen, ohne dabei ihre eigenen Geldtaschen belasten zu müssen. Also wahrlich ein Programm VON MUSIKERN FÜR MUSIKER. Nun hat diese Tontrafik am Sonntag, den 16.09. ihre erste Live Session mit Publikum im Sixty Twenty in Innsbruck veranstaltet und von diesem Abend möchte ich euch ein bisschen erzählen.
Anmelden konnte man sich vorab im Internet. Das war auch notwendig, da es nur 47 Plätze gab. Der Eintritt war frei, die Tontrafik hat sich aber über jegliche freiwillige Spenden gefreut (man lebt halt doch nicht nur von Applaus und Komplimenten) Einmal angemeldet bekam man einen QR-Code mit dem man für die Gästeliste eingetragen war. Beim Eingang des Sixty Twenty bekam jede eingetragene Person Funkkopfhörer, die man normalerweise von der Silent Disco kennt. Und im Grunde war es auch das gleiche Prinzip, nur eben live. Die Instrumente der Band waren über Mikrofone ans Mischpult angeschlossen, welches dann per Funk den erzeugten Sound an die Kopfhörer sendete. Warum ist da nicht früher wer draufgekommen?
Für diesen Anlass hat die Tontrafik einen ganz speziellen Leckerbissen von Band eingeladen. Die Jungs von 2 Seeds Left, bestehend aus Andreas Steiner (Akustikgitarre, Gesang) und Sebastian Schweiger (Keyboard, Gesang) treten eigentlich hauptsächlich als Duo auf. Doch für diesen speziellen Abend haben sie es sich nicht nehmen lassen, ihre Freunde Benjamin Lampert und Jakob Köhle einzuladen, um sie am Bass und an den Drums zu unterstützen. Ich habe 2 Seeds Left im Juli erst als Duo gesehen und freute mich daher besonders auf diesen Abend. Benjamin und Jakob sind ja keine unbekannten Gesichter und ihrerseits sehr talentierte Musiker. Und WOW war das eine Vorstellung. Ihre Musik beschreibt 2 Seeds Left als “Living Room Sound“, irgendwo angesiedelt zwischen Jazz, Retro, Pop und Folk. Und genau dieser charakteristische Sound von ihnen war geradezu passend für die Atmosphäre des Sixty Twenty. Die angenehme Belichtung, das gemütliche Ambiente und die warme Performance der Vier Konservatorier vermittelten ganz große Gefühle und tiefste Entspannung beim Publikum. Und genau das macht 2 Seeds Left irgendwie aus. Sie wirken einerseits durch ihre leicht verdaulichen Songs entspannend aber sind in ihrer Entspanntheit so musikalisch ausgefuchst, sodass auch der gelernte Musikfanat auf seine Kosten kommt. Zusätzlich waren die Musiker im Raum verteilt, was sie mehr und mehr mit dem Ambiente verschwimmen lässt und den Fokus ins Zentrum zum Publikum rückt. Zwischen den Songs haben es sich die Sänger Sebi und Andy nicht nehmen lassen, die ausgelassene Atmosphäre für ein paar Scherze und sympathische Witzeleien zu nutzen. Und durch die Kopfhörer und den eingebauten Lautstärkeregler konnte man sie auch endlich mal klar und deutlich hören (was aber auch dem tadellos arbeitenden Tontechniker zu verdanken war).
Noch witziger allerdings war meiner Meinung nach allerdings Schlagzeuger Jakob. Und dabei hatte er nicht mal ein Mikrofon zum Reden. Das machte aber nichts, denn er hatte sich vorab eine ausgefallene Sammlung an Sonnenbrillen zusammengestellt, zwischen denen er während des Konzerts fleißig wechselte. Das bringt mich auch schon zu meinem persönlichen Highlight des Abends. Das Cover von “Bitches Ain’t Shit“ von Dr. Dre. Ja ihr habt richtig gehört. 2 Seeds Left hat Dr. Dre gecovert. Aber nicht auf Gangsterrap, sondern mit ihrer ganz besonderen Note an Virtuosität. Ich weiß nicht genau wie ich das am besten beschreibe aber mit dem hat wohl keiner gerechnet. Umso größer war auch die Überraschung des Publikums, die aber sofort in Gelächter und Erstaunen über die wundervollerweise gut funktionierende Kombination von Gangsterrap und Jazz-Pop-Fusion ummünzte. Passend dazu hatte Schlagzeuger Jakob eine Sonnenbrille auf, wie man sie aus dem Musikvideo zu “Stronger“ von Kanye West kennt. Dazu serviert wurde herrliches Fingerfood in Form von Brownies, Mini-Burger und Pizzabrot. Ein schöner Abschluss für einen gelungenen Abend. Bitte mehr davon TONTRAFIK!
Bussi und danke fürs Lesen,
Manuel von DRAB FLOWER MUSIC












