Lüneburger Heide by floho1
seen from China
seen from Brazil
seen from United States

seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from China

seen from United States

seen from Malaysia

seen from Dominican Republic

seen from Malaysia

seen from Brazil
seen from China
seen from Dominican Republic

seen from United States

seen from Brazil
seen from Bolivia
seen from United States

seen from China

seen from Brazil
Lüneburger Heide by floho1
Unterwegs auf dem Heidschnuckenweg (Tag 3)
Der 3. Tag begrüßte uns mit Regen und so machten wir uns, dementsprechend ausgerüstet, auf den Weg. Durch weite Heideflächen strebten wir dem Totengrund zu. Woher dieser Name für die recht große Bodensenke kommt, ist nicht eindeutig überliefert.
Fest steht, dass ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Jetzt liefen wir am oberen Rand der Senke entlang durch einen wunderschönen Laubwald mit hohen Buchen und Eichen.
Nach diesem relativ kurzen Abstecher trafen wir nach ca. 2 Std. wieder auf unseren Heidschnuckenweg. Inzwischen schien wieder die Sonne und der Weg schlängelte sich durch die weiten Heideflächen. Der Ginster strahlte in quietschegelb mit der Sonne um die Wette. Birken, Wacholder und knorrige Kiefern, die zu mächtigen Bäumen herangewachsen sind, stehen oft als Solitärbaum mitten in den Heideflächen. Das Wechselspiel von Licht und Schatten sorgt für eine faszinierende Dramaturgie und lässt die Landschaft immer wieder aufs Neue „leben“. Wer es etwas gruseliger mag, der unternimmt eine Nachtwanderung bei Vollmond. Denn dann spielen die Wacholder tolles Schattentheater. Außerdem liefern sie die schmackhaften Wacholderbeeren, die erst im 2. Jahr reif werden. Und wer wissen möchte, woher das „Sternles-Auto“ sein Markenzeichen hat, der schaue sich eine grüne, unreife Beere einmal etwas genauer an.
Der Weg verlief sanft bergab ins Radenbachtal. Hier führt der Weg , zum Teil als Bohlen-Pfad, durch ein riesiges, eingezäuntes Gelände. Mit etwas Glück lassen sich „Wilseder Rote“, eine alte Rinderrasse und ein paar Dülmener Wildpferde beobachten. Nachdem wir dieses feuchte Gelände durch ein Gatter wieder verlassen hatten, brachte uns der breite Sandweg unserem Tagesziel langsam näher. Eine weitere Stunde wanderten wir durch sanft wellige Heideflächen und dann hatten wir bald den Dorfteich, der das Ortszentrum von Undeloh bildet, erreicht. Es war ein wunderschöner Tag, den wir mit einem typischen Essen ausklingen ließen.
Die weiteren Etappen waren von Undeloh bis Handeloh, von Handeloh bis Buchholz in der Nordheide und schließlich die letzte Etappe von Buchholzi.d.N. nach Neugraben/Fischbek.
Das Kartenmaterial, das wir verwendeten kann jederzeit bei uns bestellt werden:
Kompass-Wanderkarte 718 – Lüneburger Heide und Kompass-Wanderkarte 726 – Hamburg / Altes Land.
Weitere Führer: Jan Brockmann, Abenteuer Heidschnuckenweg
Hartmut Engel / Friederike Engel: Outdoorführer Heidschnuckenweg
Text und Bilder: Jeannette Houillon
Totengrund in der Lüneburger Heide (Germany)
Es gilt als Binsenweisheit, dass die Natur der schlimmste Feind des Menschen ist. Wenn Tess Gerritsen ihre Gerichtsmedizinerin Maura Isles nach einer Konferenz in Skiurlaub schickt, darf man bei dieser Autorin davon ausgehen, dass Kälte, Hunger und die Abgeschiedenheit der Wälder sie an den Rand der Existenz führen wird. Wer sich jedoch in der Bibel auskennt, ist sich sicher, dass nicht die Natur sondern der Mensch des Menschen Schicksal besiegelt. So wird Maura Isles und ihre Freundin Jane Rizzoli im Verlauf von Totengrund neben einem Berg von Leichen sich vor allem der menschlichen Deformation einer ans Heil glauben wollenden Sekte stellen müssen.
Was einen Spannungsroman ausmacht, hat Tess Gerritsen nicht nur mit ihrem neuesten Thriller unter Beweis gestellt. Allerdings hat sie den Schrecken nie als Plagiat mit Unterhaltungswert eingesetzt. Auch sie unterliegt dem Gesetz des Genres, der Fall muss gegen Ende aufklärt sein und es zum Happy End kommen. Doch auch bei Totengrund haftet der glücklichen Fügung der Verlust an. Es besteht die Möglichkeit, dass alles gut ausgeht. Für jeden. Aber nicht die Garantie.
Wenn Maura Isles mit ihrer Skigruppe in dem verlassenen Dorf Kingdom Come strandet, besteht die Aussicht, dass sie für Wochen, gar Monate in den eisigen Wäldern Wyomings von der Außenwelt abgeschnitten werden, haftet dem Ganzen ein Hauch von Stephen King an. Das Unheil droht, aus dem Wald zu kommen. Es werden Indizien gesammelt, die belegen, dass die Gruppe sich in Lebensgefahr befindet. Rettungsversuche, das Tal zu erreichen, scheitern. Jedem der Protagonisten haftet ein seelischer Schaden an, der ihn zur Gefahr für den anderen macht.
Für die Rettung, die Gerechtigkeit sorgt diesmal weniger Jane Rizzoli, die kongeniale Partnerin von Maura Isles, als die Sozialarbeiterin Cathy, die mit ihren Warnungen vor »Der Zusammenkunft« des selbst ernannten Propheten Jeremiah Goode auf taube Ohren gestoßen ist. Tess Gerritsens neuer Thriller dreht sich um eine Sekte, die ihre männlichen Nachkommen auf der Straße aussetzt, um unter dem Banner des Heils, der Erlösung, der Pädophilie nachzugehen. Hinter der Geschichte von Totengrund erzählt die Autorin von Sekten wie den Moonies, von Anhängern wie denen von Charles Manson. Sie weist die Gehirnwäsche nach, die es den Anhängern unmöglich machen, aus der Gemeinschaft auszubrechen. Selbst, wenn es zum Massenselbstmord wie in Jonestown im guayanischen Urwald, zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit dem Staat wie in Waco mit den »Branch Davidians« oder Kindesmissbrauch und der Folterung in der Colonia Dignidad kommt.
Nicht erst seit der »Chirurgin« und dem »Meister« gilt die amerikanische Autorin Tess Gerritsen als die Vorreiterin des Pathologie-Thrillers. Sie hat sich in Romanen wie Kaltes Herz einen Namen als ausgezeichnete Kennerin des amerikanischen Krankenhausalltags und des Organhandels gemacht und versteht sich auf den genretypischen Serienmörder par excellence. Was diese Autorin auszeichnet, ist ihr feines Gespür für einen Schrecken, dem Maura Isles und Jane Rizzoli stets hinterher hasten, ohne ihn je vorbeugen zu können. Sie kommen immer zu spät. Und müssen manchmal wie Maura Isles mit der bitteren Erkenntnis weiter leben, dass ihr eigenes Leben es nicht mal zulässt, sich um jemand anderen zu kümmern. Wolfgang Franßen, Januar 2011