Transhumanismus und der neue Übermensch
Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer hat auf scienceblogs.de einen kritischen Text zum Transhumanismus publiziert.
Es gehe also erneut um einen Übermenschen, und erneut komme niemand auf die Idee, daß die Aufgabe von Menschen darin bestehe, eine andere Richtung einzuschlagen, nämlich die, in der Untermenschen abzuschaffen sind.
„Transhumanisten halten sich für besondere Menschen, die ihre Mitmenschen aus den biologischen Grenzen befreien wollen, durch die sie belästigt werden und die sich unter anderem als Alter und Krankheit zeigen. Sie träumen davon, Menschen wie Maschinen zu reparieren….“
Niemand werde dagegen sein, kranken Menschen zu helfen, schreibt Ernst Peter Fischer.
„Aber wenn Transhumanisten den Menschen verbessern wollen, wird man hellhörig, weil es keine Idee gibt, wie das aussehen könnte.“
Fischer weist darauf hin, dass Menschen ganz Unterschiedliches wollen, wenn sie nach Verbesserungsmöglichkeiten gefragt werden.
„Der neue Mensch….wird gar nichts wollen und nur funktionieren. Dafür werden die Transhumanisten sorgen. Sie sollten mit der Transformation bei sich selbst anfangen. Vielleicht fällt ihnen dann etwas auf, nämlich dass sie etwas ändern wollen, das sie gar nicht kennen.“
Quelle der Zitate: scienceblogs.de
Kommentar:
Der neue Mensch wird gar nichts wollen, sondern nur funktionieren.
Das ist präzis auf den Punkt gebracht.
Gefangen in einer Optimierungsideologie, werden Menschen nie glücklich und zufrieden sein, weil immer noch etwas fehlt zum Optimum.
Für Konzerne wie Google, die den Transhumanismus finanziell und ideell füttern, bringt die unendliche Optimierung allerdings sehr viel Macht und Profit.
Und falls die transhumanen bzw, posthumenen Wesen jemals zur Überzeugung gelangen sollten, nun das Optimum erreicht zu haben, dann werden sie wohl tatsächlich nichts mehr wollen, sondern nur noch funktionieren. Irgend ein „Streben nach“ jenseits des Funktionierens ist dann überholt. Dazu passt, dass der Transhumanismus meinem Eindruck nach den Menschen sowieso hauptsächlich als Bündel von Funktionen beschreibt. Da bleibt nur das Funktionieren.










