Undeutsch oder Widerdeutsch beschreibt die ehrlose Gesinnung deutscher Minusseelen, die bewußt oder unbewußt gegen ihr eigenes Deutschsein und die Werte ihrer eigenen Art agieren sowie Handlungen, die dem Deutschtum zuwiderlaufen bzw. nicht als typisch deutsch gelten. „Undeutschheit“, oft einhergehend mit Verhausschweinung, Entsittlichung und Verkommenheit, darf nicht mit „Nichtdeutsch“ (im Sinne der Abstammung; Fremdrassisch, Welsche usw.) verwechselt werden.
„Das deutsche Volk ist das universellste, wahrheitsliebendste, Alles vermittelnde, das dieser Stellung zwischen den Völkern Europas Alles, selbst seine politische Bedeutung zum Opfer gebracht hat. […] Doch selbst dem bösen Willen wird es nicht gelingen, bei solcher Undeutschheit der Gesinnung sich auf dauernde Weise Geltung zu verschaffen. Undeutsch ist diese Gesinnung; denn jene große religiöse Veränderung ist recht eigentlich aus dem Wesen des deutschen Geistes und Gemüthes hervorgegangen, und Jeder weiß, durch welche Mittel sie in einem großen Theile von Deutschland unterdrückt wurde.“
„Je mehr der Gemeinsinn erstarkt, um so durchgreifender werden alle Unbilden und alle Schäden, welche auf dem Gebiete der Volkswirthschaft, in dem Gewerbe- und Fabrikbetriebe sich aufthun, gehoben und beseitigt. Darum ereifern sich jene gegen Kaiser und Reich und jede gesetzmäßige Ordnung und tragen ihre undeutsche Gesinnung mit frecher Stirn zur Schau. Aber ihre Bestrebungen bleiben ohnmächtig , sobald ein jeder Bürger des Vaterlandes an seiner Stelle seine Pflicht thut, sobald in Kirche und Schule, in Gesetzgebung, Rechtspflege und Verwaltung die Bildung und Wohlfahrt unseres Volkes treue Pflege findet.“ — Arnold Dietrich Schaefer
Literatur:
Karl Heinrich Hermes: Undeutsche Gesinnung in Deutschland (Geschrieben am 11. September 1834), in: „Blicke aus der Zeit in die Zeit“, Verlag von George Westermann, Braunschweig 1845, S. 198–200
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