Ich erinnere mich an Sylt.
Ich erinnere mich an die klebrige, salzige, harte Luft, die sich in Kleidern und Haaren festsetzt, als wolle sie mich an die Insel binden.
Ich erinnere mich an den Wind, der mich oft sogar von den Füßen gefegt hat, von den Wirren, die er immer in meinen Haaren hinterließ ganz zu schweigen.
Ich erinnere mich an Sand, der immer kalt, beinah klamm ist, egal bei welchem Wetter.
Ich erinnere mich an strahlenden Sonnenschein an noch strahlenderem blauen Himmel und dass es immer kühler ist, als es aussieht.
Ich erinnere mich an windschiefe Backsteinhäuschen, an Reetdächer und morsche, moosige Zäune.
Ich erinnere mich an Straßenkünstler und Tante-Emma-Läden.
Ich erinnere mich an Dinge, die nur für mich von Belang sind, dafür aber mein Leben lang.
Woran ich mich nicht erinnere, sind Markenname, Werbung und Müll überall. Villen und Hochhäuser soweit das Auge reicht. Armut. Arbeitslosigkeit und stetig steigende Preise.
Verdammt, das hier ist Sylt, nicht New York! Oder? Ist das noch Sylt? Ist das überhaupt noch Sylt? Mein Sylt?