3. Oktober 2018
Strom ohn' Unterlaß
Typisches Hotelzimmerproblem: Strom gibt es nur, wenn man auch tatsächlich da ist. Technisch wird das so realisiert, daß die Zimmerkarte in einen Schlitz an der Tür gesteckt wird. Die Karte drückt einen Schalter, der gibt Strom auf Lampen und Steckdosen. Das ist natürlich dann problematisch, wenn man in Abwesenheit Geräte laden will. Daher setzt es sich langsam durch, daß es offizielle Umgehungen gibt – inoffiziell war es schon immer möglich, statt der Zimmerkarte eine beliebige kreditkartengroße Karte in den Hauptschalter zu stecken.
In meinem Hotelzimmer heute habe ich eine mit »24 h« beschriftete Steckdose, die auch tatsächlich dauerhaft lädt. Als besonderer Service steckt auch noch eine USB-Buchse im Rahmen. Übermäßig besonders ist das nicht, ich fotografiere es nur aus schlechtem Gewissen, weil ich schon bei den letzten ca. zehn ähnlich ausgestatteten Hotelzimmern abends dachte »das fotografier ich für’s Techniktagebuch« und morgens es dann nicht fürs Techniktagebuch fotografiert habe. Dieses Mal bin ich schlauer und fotografiere abends.
Die USB-Buchse ist nett gemeint, aber wenig praxisrelevant: Entweder wurde beim Einbau gespart oder die Vorrichtung ist doch schon etwas älter: Über die Buchse tröpfelt der Strom nur ins Gerät (und ob man ungeschützten Stromverkehr mit öffentlichen USB-Buchsen haben sollte, ist ohnehin umstritten). Der Strom für die Geräte wandert auch weiterhin über die reguläre Steckdose und ein USB-Ladegerät.
(Felix Neumann)










