Warum Verbände dem Kulturwandel hinterherhinken und wie sie aufholen können
"Vereinsinstitutionalisierten Strukturen und bürokratische Prozesse stehen der Entwicklung [zu einer modernen, leistungsfähigen Organisation] im Wege", so Bernhard Peters in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. Januar 2022 über Vereine und Verbände im Allgemeinen und den DFB und DOSB im Besonderen. Peters ist seit 2000 in mehreren Führungspositionen in Sportvereinen und Verbänden tätig und Mitinitiator einer neuen Ausbildung für Vereinsführungskräfte im High Performance Sports Institute. In dem Interview fordert er unter anderem, dass hauptamtliche Vorstände mit Fachkompetenz die ehrenamtlichen ablösen müssten.
Das Konfliktfeld Ehrenamt-Hauptamt mit häufiger Dominanz von Vorständen/Präsidien gegenüber einer fachlicher und wirtschaftlichen Führung, für die auch häufig Kompetenzen fehlen, ist eines der auffälligsten bei Vereinen und Verbänden.
Ein zweiter Konfliktherd, die die Entwicklung von Dach-/Zentralverbänden behindert, sind "Eitelkeiten" (Peters), welche die Zusammenarbeit mit den Regional-/Landesverbänden behindern. Das größte Kapital von Verbänden, ihre Mitglieder, wird so wirkungslos zerrieben.
Nicht professionell aufgestellte, starre und intransparente Strukturen sorgen dafür, dass
a. die Führungsebene keine klare Gesamtsicht hat und damit sowohl strategisch als auch tagespolitisch eingeschränkt ist
b. Entscheidungen langsam und auf unzureichender Datenbasis getroffen (oder verschoben) werden
c. die Organisation insgesamt wenig beweglich, agil, effektiv, effizient ist, also der Entwicklung hinterherhinkt, nicht wirtschaftlich, weniger Wirkung als möglich entfaltet und insgesamt nicht modern wirkt.
Wir befinden uns seit einigen Jahren in einem Kulturwandel, der in der Wirtschaft wesentlich weiter fortgeschritten ist, als in Vereinen und Verbänden: Die Hierarchische Organisation wird zunehmend von flachen, vernetzten, agileren, Projekt orientierten Strukturen abgelöst, die analog wie digital - also hybrid - funktionieren.
Für die Modernisierung solcher Strukturen braucht man laut Peters ein schlüssiges Gesamtkonzept, dass von der Führungsebene geleitet und gelebt wird!
Darin müssen die Teilbereiche der Vereine oder Verbände gemäß einer klaren, messbaren Zielausrichtung orchestriert werden. Integraler Teil des Gesamtkonzeptes ist die Digitalstrategie, die von der zukunftsorientierten Grundausrichtung bis in die einzelnen Arbeitsprozesse führen muss.
Ein moderner Verband hat ein klares, zielorientiertes Gesamtmodell für eine zukunftsfähige Struktur, moderne, effektive und effiziente Prozesse und eine vorausschauende, zum Verbandsmodell passende Digitalisierung.
> Entwurf eines Verbandsmodells für die Gegenwart & Zukunft gefolgt von der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie
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